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01.12.2016

13:38 Uhr

Kampf um Aleppo

Rebellen schließen Allianz gegen syrische Armee

Die Rebellengruppen haben sich für den Kampf um Aleppo zu einer Allianz zusammengeschlossen. Dadurch sollen besetzte Ortsteile gegen die syrischen Truppen verteidigt werden. Diese konnten zuletzt mehrere Erfolge feiern.

Der Kampf um Aleppo geht weiter. Die verschiedenen Rebellengruppen wollen in der syrischen Metropole nun gemeinsam gegen das Regime arbeiten. AFP; Files; Francois Guillot

Syrische Rebellen

Der Kampf um Aleppo geht weiter. Die verschiedenen Rebellengruppen wollen in der syrischen Metropole nun gemeinsam gegen das Regime arbeiten.

Beirut/MoskauIm Kampf um Aleppo wollen einige Rebellengruppen den syrischen Truppen mit einer neuen Allianz Paroli bieten. Die Gruppen hätten sich darauf verständigt, die Verteidigung der von ihnen gehaltenen Ortsteile der Stadt besser zu koordinieren, sagten Vertreter von zwei Milizen am Donnerstag von der Türkei aus. Die syrische Armee hat in den vergangenen Tagen nach schweren Luftangriffen auf Stellungen der untereinander zerstrittenen Rebellen erhebliche Geländegewinne in Aleppo erzielt.

Der Zusammenschluss der Rebellentruppen würde „Aleppo Armee“ bezeichnet, sagten die beiden Vertreter. Sie solle von dem Kommandanten der sogenannten „Levante Front“-Miliz angeführt werden, einer der Hauptrebellengruppen, die in Nordsyrien unter dem Banner der Freien Syrischen Armee gegen die syrische Regierung und die islamistische Extremistengruppe IS kämpfen.

Die internationale Anti-IS-Koalition

Welche Länder beteiligen sich?

Nachdem der IS sich im Sommer 2014 in Syrien ausbreitete, beschlossen zehn Länder auf einer Nato-Konferenz ein Bündnis gegen die Terrormiliz. Heute gehören mehr als 60 Staaten zu der Allianz, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Saudi-Arabien und andere arabische Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben sich dem Bündnis ebenfalls angeschlossen.

Quelle: dpa

Wie geht die Allianz vor?

Derzeit bekämpft die Allianz den IS vor allem in Syrien und im Irak, wenngleich sich der IS auch in Libyen festgesetzt hat. Nach eigenen Angaben hat die Koalition mehr als 12.000 Luftangriffe auf IS-Stellungen geflogen. Die USA bilden im Irak Soldaten der Armee und kurdische Kämpfer aus, Deutschland liefert Waffen und Ausrüstung für kurdische Peschmerga und leistet mit sechs Tornado-Flugzeugen Aufklärungsarbeit.

Welche Erfolge gibt es?

Die Dschihadisten sind in Syrien und im Irak massiv unter Druck geraten. Seit Beginn vergangenen Jahres hat der IS mehr als ein Drittel seines „Kalifat“ genannten Herrschaftsgebietes eingebüßt. Vor allem die Kurden haben den Extremisten mit Hilfe internationaler Luftunterstützung im Norden beider Länder große Gebiete abgenommen. Der irakischen Armee gelang es, den IS aus wichtigen Städten wie Ramadi und Falludscha zu vertreiben. Außerdem haben die Luftschläge die Ölinfrastruktur unter IS-Kontrolle stark zerstört, weshalb die Extremisten laut Analysten unter Finanzproblemen leiden. Dennoch beherrscht der IS noch große Gebiete in Syrien und im Irak.

Welche Rolle spielt die Türkei?

Um die Rolle der Türkei gibt es Streit. Die Türkei stellt seit Sommer vergangenen Jahres ihren Luftwaffenstützpunkt Incirlik der Allianz für den Luftkampf gegen den IS bereit. Ankara hilft auch bei der Ausbildung und hat nach eigenen Angaben kurdische Peschmerga bei der Großoffensive auf Mossul mit Artillerie unterstützt. Die Regierung in Bagdad lehnt eine türkische Militärpräsenz im Irak allerdings ab. Die türkische Führung wiederum weigert sich, ihre Soldaten abzuziehen.

Wann ist Mossul befreit?

Das ist schwer zu sagen, zumal die eigentlichen Kämpfe um die Stadt noch nicht begonnen haben. Bei dem Koalitionstreffen in Paris geht es jedoch schon darum, die politischen Weichen für die Zeit nach dem IS in Mossul zu stellen. Das Gesellschaftsgefüge ist fragil in Iraks zweitgrößter Stadt. Während die meisten Iraker Schiiten sind, ist die Mehrheit der Bevölkerung in Mossul sunnitisch wie der IS. Zudem lebten viele Christen dort. Der sunnitische türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte bereits, dass nach dem Ende der Kämpfe keine Schiiten mehr in der Stadt leben sollten.

Die Freie Syrische Armee wird unter anderem von den USA unterstützt, die Levante Front auch von der Türkei. Die syrische Armee wird dagegen von Russland militärisch ausgerüstet, das auch mit eigenen Luftangriffen gegen Rebellenstellungen immer wieder in den Bürgerkrieg eingegriffen hat.

Russlands Präsident Wladimir Putin betonte am Donnerstag, dass sein Land keine Feinde suche, aber seine Interessen verteidigen werde. Russland unterhält in Syrien einen wichtigen Militär-Marinestützpunkt und steht auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad.

Von

rtr

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