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18.07.2011

14:08 Uhr

Kampf um Brega

Libysche Rebellen erobern wichtige Ölstadt

Monatelang hatten Gaddafis Truppen die Stadt Brega besetzt - jetzt sollen die Rebellen die Milizen vertrieben haben. Allerdings haben diese vor ihrem Rückzug überall in der Stadt Minen verteilt.

Libysche Rebellen auf dem Weg zur Front: Die nächsten Ziele sind Bischr und Ugaila. Quelle: AFP

Libysche Rebellen auf dem Weg zur Front: Die nächsten Ziele sind Bischr und Ugaila.

BregaDie Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi haben sich nach Rebellenangaben weitgehend aus der umkämpften Ölstadt Brega zurückgezogen. Die meisten Gaddafi-Milizen hätten die östliche Hafenstadt verlassen und etwa 100 Kilometer weiter westlich in der Stadt Ras Lanuf Stellung bezogen, sagte ein Sprecher der Rebellen.

Wegen der vielen Minen, die Gaddafis Truppen an Straßen und Gebäuden hinterlassen hätten, werde es aber noch eine Weile dauern, bis die Aufständischen die Stadt mit ihrer wichtigen Ölinfrastruktur vollständig unter Kontrolle hätten. Über Monate war Brega die östlichste Stadt unter Kontrolle von Gaddafi. Sollten sich die Angaben bewahrheiten, wäre dies ein wichtiger Erfolg für die Aufständischen.

Nach Angaben des Rebellensprechers hat sich die Kampflinie nun weiter nach Westen verlagert. „Die meisten unserer Truppen sind jetzt an Brega vorbeigezogen und unterwegs nach Bischr und Ugaila“, sagte Rebellensprecher Schamsiddin Abdulmolah. Dort werde es zu den nächsten Zusammenstößen kommen. Bei Kämpfen am Wochenende seien zwölf Rebellen getötet und knapp 300 verletzt worden.

Russland kritisierte unterdessen die Entscheidung der USA und weiterer Staaten, die Rebellen-Führung als legitime Vertretung des nordafrikanischen Volkes anzuerkennen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, mit einem solchen Schritt verlasse man eine neutrale Position und nehme Partei für eine Bürgerkriegsseite ein. Russland lehne dies ab und werde weiterhin Kontakt zu beiden Seiten pflegen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte beim Treffen der Libyen-Kontaktgruppe am Freitag in Istanbul erklärt, bis es eine Übergangsregierung gebe, werde der Rebellenrat mit Sitz im ostlibyschen Benghasi als rechtmäßige Regierung akzeptiert. Mit der Anerkennung könnten die Aufständischen an Milliardensummen gelangen, die im Ausland eingefroren sind.

Von

rtr

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