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23.08.2014

17:59 Uhr

Kampf um Militärflughafen

Syrische Armee schlägt Dschihadisten zurück

Bei Gefechten um einen Militärflughafen sind 24 Kämpfer der Terrormiliz IS getötet worden. Derweil richtete die IS Anhänger des syrischen Präsidenten im Osten des Landes öffentlich hin.

Syrische Truppen patrouillieren durch Damaskus: Die syrische Armee hat ihre Luftangriffe auf die Extremisten verstärkt. dpa

Syrische Truppen patrouillieren durch Damaskus: Die syrische Armee hat ihre Luftangriffe auf die Extremisten verstärkt.

Al-Rakka, BeirutDie Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat an verschiedenen Orten im Osten Syriens mindestens 18 Menschen zur Strafe öffentlich getötet. Mehrere Opfer seien an zentralen Plätzen gekreuzigt worden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Die Extremisten hätten ihnen unter anderem vorgeworfen, das Regime von Präsident Baschar al-Assad unterstützt zu haben.

Die meisten Taten wurden aus den beiden Provinzen Al-Rakka und Dair as-Saur berichtet, die von der Terrorgruppe fast vollständig kontrolliert werden. Die Extremisten beherrschen große Teile im Norden und Osten Syriens. Dort verhängen sie regelmäßig Strafen nach einer radikale Interpretation des islamischen Rechts, der Scharia. Die Terrorgruppe hatte den US-Reporter James Foley als Rache für US-Luftangriffe im Nordirak enthauptet und Anfang der Woche dazu ein Video veröffentlicht.

Bei Gefechten um einen Militärflughafen in der Provinz Raka in Nordsyrien wurden unterdessen nach Angaben von Aktivisten mindestens 24 Kämpfer der IS getötet. Bei dem Angriff in der Stadt Tabka seien in der Nacht zum Samstag außerdem 150 weitere Extremisten verletzt worden, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die IS-Kämpfer versuchten demnach erneut, den Flughafen zu erobern, der als letzter Stützpunkt in der Provinz noch von der syrischen Armee kontrolliert wird.

Die Regierungstruppen griffen die Dschihadisten nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle auch aus der Luft an. Die Attacke sei abgewehrt und der Flughafen gesichert worden, sagte ein Offizier der syrischen Armee im Staatsfernsehen. Die Angriffe auf die bewaffneten Kämpfer würden fortgesetzt. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten vor Ort; ihre Angaben können von unabhängiger Seite schwer überprüft werden.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Der IS hatte in den vergangenen Wochen in der Provinz mehrere Militärstützpunkte eingenommen. Bei den seit Dienstag anhaltenden Kämpfen in Tabka wurden der Beobachtungsstelle zufolge bislang mehr als 90 IS-Kämpfer getötet. Die Dschihadisten kontrollieren Teile Syriens und des Nordiraks. Für die von ihr eroberten Regionen rief die IS-Führung ein Kalifat aus. Im syrischen Bürgerkrieg kämpft der IS gegen die Regierung in Damaskus, aber auch gegen andere Rebellengruppen.

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