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19.03.2011

13:25 Uhr

Kampfhandlungen in Bengasi

Kampfjet über Rebellen-Hochburg abgeschossen

Trotz der angekündigten Waffenruhe greifen die Truppen von Machthaber Gaddafi die Rebellen-Hochburg Bengasi an. Nach Augenzeugenberichten bombardieren Kampfjets die Stadt. Ein Flugzeug wurde abgeschossen.

Kampfjet über Bengasi abgeschossen

Video-News: Kampfjet über Bengasi abgeschossen

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BengasiTrotz einer am Vortag verkündeten Waffenruhe haben Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi am Samstag die ostlibysche Aufständischen-Hochburg Bengasi angegriffen. Dabei seien neben Bodentruppen auch Kampfflugzeuge eingesetzt worden, berichtet der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira. Ein Kampfflugzeug sei abgeschossen worden, berichteten Al-Dschasira- und BBC-Korrespondenten. Es war aber unklar, zu wem das Flugzeug gehörte. Am südlichen Stadtrand stieg eine schwarze Rauchwolke auf.

Es gebe viele Opfer, in den Krankenhäusern herrsche großer Andrang, sagte der Vorsitzende der provisorischen Gegenregierung in Bengasi, Mustafa Abdul Dschalil, dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

Einheiten der Regimetruppen drangen laut Al-Dschasira in die Stadt ein. Die Regimetruppen setzten demnach auch schweres Artilleriefeuer und Raketen gegen Wohngebiete ein. In der Stadt seien Explosionen zu hören gewesen. In den Fernsehberichten war auch das Luftabwehrfeuer der Verteidiger zu hören.

Ein Krankenhausmitarbeiter und Unterstützer der Rebellen berichtete, Kampfjets beschössen die Straße zum Flughafen. Zwei bewaffnete Söldner seien in einem Auto voll mit Handgranaten durch die Stadt gefahren und hätten das Feuer auf Einwohner eröffnet. Laut eines Rebellen wurden die Männer getötet.

Regierungssprecher Ibrahim Mussa wies den Bericht über den Abschuss eines Regierungsflugzeugs zurück. Auch hätten Regierungstruppen am Samstag keine libyschen Städte beschossen, erklärte er. Vielmehr seien es die Aufständischen, die die Waffenruhe brächen, indem sie militärische Einheiten angriffen. „Unsere Streitkräfte ziehen sich weiterhin zurück und verstecken sich, aber die Rebellen beschießen und provozieren uns weiter“, sagte Mussa. Gaddafis Streitkräfte waren am Freitagabend, wenige Stunden nach der Waffenstillstandserklärung des Regimes, aus mehr als 100 Kilometer Entfernung kommend auf Bengasi vorgerückt.

Der Weltsicherheitsrat hatte in der Nacht zum Freitag ein Flugverbot über Libyen beschlossen und militärische Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung erlaubt, die keine Bodentruppen vorsehen.

Die internationale Gemeinschaft ist damit ermächtigt, gegen die Gaddafi-Truppen militärisch vorzugehen. Ein Militärschlag könnte noch am Wochenende erfolgen. Die Intervention sei binnen Stunden nach dem Gipfel am Samstag in Paris möglich, sagte Frankreichs UN-Botschafter Gerard Araud in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC.

Dänemark hat bereits sechs Kampfflugzeuge des Typs F-16 für einen Libyeneinsatz nach Sizilien geschickt. Zuvor hatte das Parlament in einer Nachtsitzung einstimmig der Beteiligung an einem internationalen Einsatz zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen zugestimmt. Verteidigungsministerin Gitte Lillelund Bech erklärte, vier F-16 seien ab Sonntag einsatzbereit. Die anderen stünden als Reserve bereit.

Kommentare (12)

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Torben

19.03.2011, 09:40 Uhr

Das Chaos nimmt seinen Lauf........
Und weitere Erdbeben, Vulkanausbrüche, Turbulenzen im Finanzmarkt etc. werden zunehmen........
Und das naive Volk schläft weiter und lässt sich auf oberflächliche Diskussionen zu den einzelnen Themen ein.
Leute ! So gehts nicht !
Ihr müsst einen Schritt zurücktreten und das gesammte Bild und DEN HINTERGRUND sehen lernen !!!!!!
Wacht endlich auf. !
Hinterfragt ALLES kritisch !
Lernt selbständig zu denken und lasst euch nicht Meinungen aufdrücken !
Die Medien lügen euch größtenteils an - die Politiker sowieso !
Es ist doch so einfach heutzutage dank Internet !
Recherchiert selber ohne die Vorurteile welche in eure Gehirne gedrückt wurden !!
Wacht endlich auf !!!!!!!!!!!

Blinse

19.03.2011, 11:21 Uhr

Lieber Torben,
was soll ich denn bei diesem Artikel "Kampfjet abgeschossen" hinterfragen? Gehört deiner verschwörungstheoretischen Meinung nach das HB auch zu den "Strippenziehern"? Werden dort auch alle Mitarbeiter kontrolliert von einem "Geheimapparat", der bestimmt, wie die einzelnen Meldungen auszusehen haben?

Gegenfrage: Wer sagt mir , daß DU nicht zum "Apparat" gehörst, der die Welt ins Chaos stürzen will? Wer sagt mir, daß DU nicht Teil der "Matrix" bist, von der du behauptest (sinngemäß), daß sie existiert.

Ich traue dir nicht. Ich lese das HB ganz normal weiter und freue mich, daß der Abschuß gelungen ist!
Soll ich noch mehr Ausrufungszeichen benutzen, damit du mir das jetzt glaubst?

Account gelöscht!

19.03.2011, 12:14 Uhr

Da haben wir schon das Dilemma. Da hat die UN eine Flugverbotszone beschlossen und Gaddafi taktiert, um alle gegeneinander auszuspielen. Dabei sollte man wissen, dass er seit 42 Jahren so taktiert. Es lügt, sobald er den Mund aufmacht. Man wird sich nie auf seine Aussagen verlassen können. Die Libyer wissen das und wollen ihn nicht mehr, da die Zeit für eine Wende gekommen ist. Gaddafis Propagandamaschinerie gaukelt aber vor, dass sein Volk hinter ihm steht. Tatsächlich gibt es nur wenige Gevolksleute, die mit Geld für den Jubel bestochen wurden. Noch vor Wochen hatte er jeder Familie umgerechnet 145.000 EUR angeboten, wenn sie sich ihm anschließen. Man kann nur vermuten, wie viele sich haben dazu hinreißen lassen. Und die schwarzafrikanischen Söldner sind auch für weniger bereit, Kopf und Kragen bei Gefechten zu riskieren. Und das Medienspektakel in seinen Räumlichkeiten mit seinen Söhnen zusammen, ist ein reines Theaterschauspiel mit null Inhalt. Wir werden leider noch einige Überraschungen sehen.

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