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28.07.2015

18:46 Uhr

Kampfroboter werden Realität

Die Terminator-Armee ist kein Science-Fiction mehr

VonAxel Postinett

Die dritte Revolution der Kriegsführung bahnt sich an: Namhafte Forscher und Unternehmer warnen vor einem unmittelbar bevorstehenden Wettrüsten der Roboterarmeen – mit unabsehbaren Folgen. Wird die Politik zuhören?

Im Kino ist der Kampfroboter, hier an der Seite von Schwarzenegger im Film „Terminator: Genisys“, schon lange zu sehen. dpa

Arnold Schwarzenegger und der Kampfroboter

Im Kino ist der Kampfroboter, hier an der Seite von Schwarzenegger im Film „Terminator: Genisys“, schon lange zu sehen.

San FranciscoWenn das Gruseln zur Realität wird: Egal, ob es ein Terminator ist, der Amok läuft oder ein übereifriges Computernetzwerk, das seine Schöpfer in „iRobot“ durch Versklavung vor sich selbst schützen will, Hollywood malt seit „2001, Odyssee im Weltraum“ in düsteren Bildern aus, was der Menschheit droht, wenn Computer oder „Die Matrix“ die Weltherrschaft übernehmen.

Doch schon weit davor bahnt sich bereits eine Katastrophe an, fürchten mehr als Tausend namhafte Wissenschaftler und Unternehmer. Sie erwarten die dritte Revolution der Kriegsführung: Nach Schießpulver und Atomwaffen die seelenlosen Armeen von autarken Kampfrobotern. Es bleibe der Menschheit nur noch kurze Zeit, das zu verhindern.

Die Deutsche Rüstungsindustrie

Diehl Defence

Die Rüstungssparte des Nürnberger Diehl-Konzerns stellt unter anderem Munition, Raketen und Ketten für Panzer her. Umsatz (2013) 533 Millionen Euro, Mitarbeiter (2013) 2910.

Heckler & Koch

Der Handwaffenspezialist aus dem badischen Oberndorf fertigt unter anderem Pistolen, Sturm- und Präzisionsgewehre. Umsatz (2012) 203 Millionen Euro, Mitarbeiter (2012) 630.

Krauss-Maffei Wegmann (KMW)

Die Münchener Firma baut etwa den Kampfpanzer Leopard, den Schützenpanzer Puma oder die Panzerhaubitze 2000. Umsatz (2012) 2,4 Milliarden Euro, Mitarbeiter (2012) 2590.

MTU Aero Engines

Der Münchener Triebwerksbauer fertigt auch für militärische Flugzeuge – etwa den Motor für den Eurofighter. Umsatz (2013/Wehrgeschäft) 501 Millionen Euro.

Rheinmetall Defence

Die Wehrsparte von Rheinmetall aus Düsseldorf fertigt Panzer, aber auch Munition oder etwa Flugabwehrsysteme. Umsatz (2013) 2,2 Milliarden Euro, Mitarbeiter (2013) 9200.

Thyssenkrupp Marine Systems

Der Konzern baut U-Boote und Kriegsschiffe. Die Firma entstand aus Blohm+Voss und der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH. Umsatz (2012/13) 1,2 Milliarden Euro, Mitarbeiter (2012/13) 3600.

Die Experten warnen in einem offenen Brief vor einem Wettrüsten der autonomen Waffen mit künstlicher Intelligenz, gegen die auch unter anderem die Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams schon versuchte, vorzugehen. Zu den Unterzeichnern gehören der Multiunternehmer, SpaceX-Gründer und Technologie-Fan Elon Musk, Apple-Mitgründer Steve Wozniak oder Steven F. Smith von der Carnegie Mellon Universität, eines der bekanntesten Robot-Forschungszentren der Welt. Auch Astrophysiker Stephen Hawking und viele andere Experten wie Frank Sauer von der Bundeswehr-Universität München oder Carsten Lutz, Professor an der Universität Bremen fordern einen Bann der selbstdenkenden und selbstschiessenden Angriffswaffen.

Der Brief wird am Mittwoch zu Beginn der International Joint Conference on Artificial Intelligence (AI) im argentinischen Buenos Aires überreicht. Theoretisch, so die Unterzeichner, machten autonome Waffen die Schlachtfelder „sicherer“ für Soldaten. Aber im Endeffekt könnten Armeen von Angriffsrobotern die Hemmschwellen der Regierungen senken, in den Krieg zu ziehen.

Nicht zuletzt der massive Blutzoll und das Entsetzen im Heimatland führten zum Beispiel zum Rückzug der Amerikaner aus Vietnam. Die Russen verließen Afghanistan erst, als die Mütter der Soldaten nicht aufhörten, vor dem Kreml zu demonstrieren. Wenn Kampfroboter „sterben“, weint niemand. Die Länge eines Angriffskriegs wird nur noch davon bestimmt, wann der Roboternachschub ausgeht.

Sobald der erste Staat mit der Entwicklung der autonom agierenden Angriffsroboter beginnt, werden andere nachziehen und ein neues Wettrüsten auslösen, fürchten die Autoren. Das Problem dulde auch keinen Aufschub: Kampfroboter seien nur noch Jahre, nicht Jahrzehnte entfernt. Sind sie erst einmal reif für die Massenproduktion, sei es nur eine Frage der Zeit, bis sie über illegalen Waffenhandel in die Hände von Terroristen und Diktatoren gerieten. Die Robot-Killer als die „Kalaschnikow von Morgen“.

Kommentare (6)

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Herr Helmut Metz

28.07.2015, 19:09 Uhr

Der Mensch tötet immer noch am gefühllosesten und grausamsten - siehe aktuell die ISIS-Terroristen. Und sadistische Psychopathen haben sogar ihre wahre Freude daran.
Wenn also damit argumentiert wird, dass Terminator-Robots mitleidslos und ohne Gewissen töten: das beherrscht der Mensch wesentlich besser.
Absolut klar ist aber, dass z.B. dieses Ding hier...
https://www.youtube.com/watch?v=cNZPRsrwumQ
... mit Sicherheit nicht als Wachhund eingesetzt werden wird.
Ich bin allerdings immer noch guter Hoffnung, dass - bevor Roboterarmeen zum Einsatz kommen - sich das schädlichste Lebewesen auf der Erde, der Mensch, selber wieder terminiert. Auf der Uhr, die die Gefahr eines Atomkrieges anzeigt, ist es mittlerweile nämlich wieder 3 vor 12.

Herr Uwe Drescher

28.07.2015, 19:20 Uhr

Das ist genauso wie, nicht Pistolen toeten, sondern Menschen.

Sergio Puntila

28.07.2015, 20:02 Uhr

leckergeschmeckert hingelegt:

"Die Terminator-Armee ist kein Science-Fiction mehr"

Mal ganz was Neues: als wären humanoide Soldaten zum Blümchenverteilen da.

Aufmacher daneben nebst Text.

Kinder: besinnt Euch auf Journalismus und nicht auf Science Fiction.

Erstes könnt Ihr, von Zweiterem habt Ihr schlicht 0 (iw null) Ahnung.

Freundlichste Grüße

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