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14.06.2014

04:02 Uhr

Kampftruppen

Ukraine erkämpft Kontrolle an der Grenze zurück

Die Landgrenze zwischen Russland und der Ukraine ist ebenso lang wie durchlässig. Kampftruppen der Ukraine sollen sie nun überwachen. Sogar ein fast 2000 Kilometer Elektrozaun wurde vorgeschlagen.

Ukraines Truppen reißen die Macht im Osten wieder an sich. Reuters

Ukraines Truppen reißen die Macht im Osten wieder an sich.

KiewNach wochenlangen Kämpfen im Osten des Landes will die ukrainische Führung ab Samstag wieder die gesamte Grenze zu Russland unter Kontrolle haben. Einheiten mit gepanzerten Fahrzeugen würden an allen Grenzstraßen Präsenz zeigen und bewaffnete Eindringlinge angreifen, kündigte ein Sprecher des Innenministeriums in Kiew am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax an.

Die russisch-ukrainische Landgrenze ist mit knapp 2000 Kilometern die längste in Europa. Sie verläuft zumeist durch dünn besiedelte Gebiete. Zuletzt hatten ukrainische Regierungseinheiten nach eigenen Angaben einen rund 120 Kilometer langen Gebietsstreifen unter ihre Kontrolle gebracht, den die Grenztruppen zuvor aufgegeben hatten. Jedoch sei ein rund 184 Kilometer langer Abschnitt noch in der Gewalt der Separatisten, räumten die ukrainischen Grenztruppen ein.

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Experten in Kiew schließen nicht aus, dass über diesen Grenzbereich aus Russland Waffen an die Aufständischen geliefert werden könnten. Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte sich bei einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin über das angebliche Eindringen russischer Panzer auf ukrainisches Staatsgebiet beschwert.

Stacheldraht soll Ukraine schützen

Die Sprecherin der US-Außenministeriums, Marie Harf, sagte, es gebe „überzeugende Beweise“ dafür, dass sich die Separatisten schwere Waffen und andere Ausrüstung aus Russland beschafft haben, darunter auch Panzer. Letztere seien „irgendwie aus russischen Legerhäusern“ geholt worden. Jemand habe den Separatisten beigebracht, sie zu benutzen, „und sie wurden aus Russland in die Ukraine geschickt“. Berichte, nach denen es sich um ukrainische Panzer handele, die von Separatisten gestohlen worden seien, träfen nicht zu, sagte die Sprecherin.

Der Gouverneur von Dnjepropetrowsk, der Milliardär Igor Kolomoiski, schlug den Bau eines 1920 Kilometer langen Elektrozauns mit Stacheldraht und Minen an der gemeinsamen Grenze zu Russland vor. Das rund 100 Millionen Euro teure Projekt sei nötig, um die „aggressive Politik gegenüber der Ukraine“ zu stoppen, sagte Kolomoiski.

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