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18.12.2011

12:12 Uhr

Kamptruppen abgezogen

Für die USA ist der Irak-Krieg beendet

Von einem echten Frieden ist der Irak zwar weit entfernt. Für die Vereinigten Staaten aber ist der Krieg in dem Land nach neun Jahren beendet. Sie haben ihre letzten Truppen abgezogen.

Die letzten US-Kampftruppen vor Verlassen des Irak. dapd

Die letzten US-Kampftruppen vor Verlassen des Irak.

WashingtonFast neun Jahre nach Beginn des Irakkriegs haben die letzten US-Kampftruppen das Land verlassen. Auf Live-Bildern des US-Senders CNN war zu sehen, wie der letzte Truppenkonvoi am Sonntagmorgen die Grenze zum Nachbarland Kuwait überquerte. Schwere gepanzerte Fahrzeuge und Tieflader mit Panzern passierten die Grenzstation in der Wüste. Anschließend wurde das Grenztor geschlossen. Ein Armeesprecher bestätigte dem Sender, dass damit der Abzug der US-Truppen abgeschlossen sei.

Letzte US-Kampftruppen verlassen Irak

Video: Letzte US-Kampftruppen verlassen Irak

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Laut CNN verließen mit dem letzten Konvoi aus 110 Fahrzeugen 500 Soldaten aus Ford Hood in Texas den Irak. Sie seien in der Nähe von Nassirija rund 300 Kilometer südlich von Bagdad stationiert gewesen. Zunächst würden die Soldaten im US-Feldlager Virginia in Kuwait untergebracht, bevor es mit dem Flugzeug in die Heimat gehe, hieß es.

Der Irakkrieg hatte im März 2003 mit Luftschlägen auf Bagdad und andere Ziele begonnen. Später marschierten Truppen einer internationalen Koalition unter US-Führung in das Land ein und stürzten den irakischen Diktator Saddam Hussein.

Nach Angaben der US-Regierung waren mehr als 1,5 Millionen US-Soldaten im Irak im Einsatz. Etwa 4500 wurden getötet, mehr als 30.000 verletzt.

US-Präsident Barack Obama hatte am vergangenen Mittwoch bereits einen symbolischen Schlussstrich unter den Irakkrieg gezogen und den Truppen für ihren Einsatz gedankt. In seiner Rede vor hunderten Soldaten auf dem Heeresstützpunkt Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina bezeichnete er das Kriegsende als „historischen Augenblick für unser Land und unser Militär“.

Zwei Tage zuvor hatte er mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki in Washington über das neue Verhältnis beider Länder nach Ende des Militäreinsatzes gesprochen. Dabei hatten beide den Beginn einer neuen Ära der Partnerschaft und Zusammenarbeit beschworen.

Al-Maliki wertete den Abzug der US-Truppen als Zeichen des Erfolges - im Gegensatz zu dem, was manche andere sagten. Die gesteckten Ziele seien erreicht, ein „demokratischer Prozess“ etabliert worden.

Von

dpa

Kommentare (7)

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KFR

18.12.2011, 11:49 Uhr

die Beseitigung der Kampfmittel wird an die 200 Jahre benötigen, siehe WW1,WW2 France Belgien etc ,Korea, Vietnam etc etc

Jochen

18.12.2011, 12:15 Uhr

Amerika sagt sie haben den Krieg bendet, hört sich auch besser an als wenn sie sagen würden dass sie pleite sind.

hvh100

18.12.2011, 13:30 Uhr

Liebes Redaktionsteam, vielleicht könnten sie noch die Antworten auf folgende offene Fragen recherieren. 1. Wie viele US Soldaten bleiben nach dem "Abzug" permanent im Irak stationiert? Wieviele US Militärbasen wurden in der mehrjährigen Besatzung errichtet? 2. Welche Firmen aus UK, USA und Europa haben sich die langjährigen Ölförderrechte gesichert und die Besatzungzeit dazu genutzt geeignete Förder-, Logistik- und Finanzstrukturen aufzubauen. 3. Wo sind die Goldreserven der Irakischen Notenbank geblieben? Wie hoch waren sie vor dem Angriff auf den Irak und wie hoch sind sie jetzt? 4. Wohin ziehen die US Truppen ab? Nach Saudi-Arabien oder nach Ägypten? Oder werden sie in andere Aufmarschgebiete für einen eventuelle Einsatz im Iran verlegt?

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