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03.10.2014

20:40 Uhr

Kanada erwägt Kriegsbeteiligung

Türkei vor Einsatz gegen IS-Terroristen in Syrien

Die IS-Miliz soll kurz vor dem Zentrum der nordsyrischen Grenzstadt Kobane stehen. Der Kommandant der Kurden fürchtet ein Massaker. Noch verzichtet die Türkei auf einen Truppeneinsatz – doch das Mandat ist eindeutig.

Über der schwer umkämpften Grenzstadt Kobani steigt immer wieder Rauch auf. AFP

Über der schwer umkämpften Grenzstadt Kobani steigt immer wieder Rauch auf.

BeirutDie nordsyrische Grenzstadt Kobane steht offenbar kurz vor der Einnahme durch Kämpfer der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS). Die Dschihadisten rückten am Freitag nach kurdischen Angaben auf weniger als einen Kilometer an die Stadt heran.

„Wir befinden uns in einem kleinen, eingeschlossenen Gebiet. Wir haben keinerlei Verstärkung bekommen und die Grenzen sind dicht“, schilderte der Chef der kurdischen Verteidigungskräfte, Esmat al-Scheich, der Nachrichtenagentur Reuters telefonisch die Lage. Er rechne mit viele Toten, Massakern und Zerstörung durch die Gruppe „Islamischer Staat“. Seine Kämpfer stünden unter Beschuss von Panzern, Artillerie, Raketen und Granatwerfern.

Die Türkei wird nach den Worten von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu alles unternehmen, um die Eroberung von Kobane unweit der Grenze zur Türkei zu verhindern. Ob dies allerdings auch ein militärisches Eingreifen bedeutet, ließ Davutoglu offen. Kanzlerin Angela Merkel rief die Staatengemeinschaft zu einem geschlossenen Kampf gegen die Dschihadisten auf: „Die ganze Welt ist gefordert.“

In ihrer Rede zum Tag der Deutschen Einheit bezeichnete sie die Gruppe „Islamischer Staat“ als eine Terrororganisation, deren „barbarischer Vormarsch“ in Syrien und im Nordirak gestoppt werden müsse. Sich der Gewaltherrschaft des IS entgegenzustellen, sei in Deutschlands Interesse - auch weil die Dschihadisten die Sicherheit hierzulande bedrohten.

Die USA und ihre Verbündeten hatten in den letzten Tagen versucht, mit Luftangriffen in Syrien und im Irak die IS-Milizen zurückzudrängen. Allerdings hat das offenbar wenig dazu beigetragen, die Lage im nordirakischen Gebiet um das vorwiegend von Kurden bewohnte Kobane zu entschärfen. Am Freitag waren zwei riesige Rauchwolken östlich von Kobane zu sehen und eine ganze Reihe von Explosionen im Stadtbereich zu hören, wie ein Reuters-Korrespondent berichtete, der sich auf der türkischen Seite der Grenze befand.

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