Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2014

11:28 Uhr

Kanzlerin in Griechenland

Athen rüstet sich für Anti-Merkel-Proteste

Berlin will Griechenland wieder unter die Arme greifen. Vor allem geht es um Arbeitsplätze. Deswegen hofft Athen auf deutsche Investitionen und den Besuch Angela Merkels. Die Bevölkerung ist nicht begeistert.

Besuch in Athen

Was Angela Merkel in Griechenland erwartet

Besuch in Athen: Was Angela Merkel in Griechenland erwartet

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag zu einem eintägigen Kurzbesuch in die griechische Hauptstadt Athen geflogen. Einen Tag nach der erfolgreichen Rückkehr des Euro-Krisenlandes an die Kapitalmärkte wollte Merkel den konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in seinem Sparkurs bestärken. Außerdem sind Treffen mit griechischen Mittelständlern und jungen, innovativen Unternehmern geplant. Am Abend (17.30 Uhr) wollen Merkel und Samaras die Öffentlichkeit über Ergebnisse ihrer Gespräche informieren.

Bei ihrem Athen-Besuch mitten in der Schuldenkrise im Oktober 2012 war Merkel wegen ihres harten Sparkurses von vielen Griechen persönlich für die schlechteren Lebensbedingungen verantwortlich gemacht worden. Ausschreitungen wie damals wurden nun jedoch nicht erwartet.

Nach Informationen von Handelsblatt Live will Merkel die lange geplante griechische Förderbank mit einer Zwischenlösung auf den Weg bringen. Athen und Berlin wollten je 100 Millionen Euro dafür aufbringen, berichtet die Internetzeitung. Die Absichtserklärung dazu solle bei Merkels Athen-Besuch unterzeichnet werden, hieß es.

Dennoch traf die Polizei in Athen starke Sicherheitsvorkehrungen. Polizisten kontrollierten schon vor dem Eintreffen der Kanzlerin das Regierungsviertel. Zudem wurden am Vormittag zwei U-Bahn Stationen in der Nähe der Tagungsorte geschlossen. Die Polizei hatte Demonstrationen im Regierungsviertel verboten. Linke Organisationen und die größte Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken wollten am Nachmittag außerhalb des Sperrgebietes demonstrieren.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Nach der erfolgreichen Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte am Donnerstag hält der Chef der EU-Task-Force für das Krisenland eine Besserung der Lage für möglich. Der Ökonom Horst Reichenbach sprach bei „Spiegel Online“ von einem möglichen Wendepunkt. Allerdings sei Athen noch nicht über den Berg und könnte weitere Finanzhilfen benötigen. Reichenbachs Task-Force koordiniert die europäischen Hilfen und unterstützt Griechenland bei Reformen.

Die meisten Analysten waren sich am Freitag einig: Egal was Merkel mitbringt - ihr Besuch sei ein Zeichen des Vertrauens in Samaras. Der ehemalige griechische Außenminister Dimitris Droutsas hält den Besuch hingegen für eine Inszenierung im Europa-Wahlkampf. Der Sozialist warnte im Südwestrundfunk auch vor zu viel Euphorie über Griechenlands Aktivitäten auf den Finanzmärkten. „Ich glaube nicht, dass Griechenland ohne einen weiteren großzügigen Schuldenschnitt in der Zukunft wieder auf eigenen Füßen stehen kann.“

Das neue ZDF-Politbarometer ergab, dass nur 22 Prozent der Deutschen die Euro-Krise bereits als überwunden ansehen. Eine Mehrheit von 51 Prozent ist jedoch der Meinung, dass von Griechenland keine große Gefahr für die Stabilität des Euro ausgeht. Deutliche Sorgen macht die Wirtschaftskrise in Griechenland 45 Prozent der Befragten.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.04.2014, 11:57 Uhr

>> Nach Informationen von „Handelsblatt Live“ will Merkel die lange geplante griechische Förderbank mit einer Zwischenlösung auf den Weg bringen. Athen und Berlin wollten je 100 Millionen Euro dafür aufbringen, berichtet die Internetzeitung. <<

- 100 Mio. Deutscher Steuergelder den Griechen in den Rachen zu werfen........das kann Merkel.

Gestern noch haben die Griechen mit ihren Anleihen ihren Schuldenberg unverantwortlich vergrößert,

heute geht Merkel hin und bringt den Griechen Geschenken und belügt den Deutschen Steuerzahler mit Sprüchen über Erholung der Wirtschaftssituation in Griechenland..!

Wie heuchlerisch kann man denn noch sein ?

Account gelöscht!

11.04.2014, 14:15 Uhr

"Frau Merkel get out"
---
O.k., kein Problem. Aber jeder einzelne Cent bleibt dann ebenfalls in Deutschland, will sagen: Unsere Steuergelder bleiben hier, jegliche Zahlung wird eingestellt.
Wäre ohnehin sinnvoll, denn jeder Euro, der in's reformunwillige Schuldenkönigreich Griechenland fließt, ist ein verlorener Euro in einem Faß ohne Boden.
Wer deutsche Steuergelder annimmt, hat sich daran geknüpften Bedingungen zu fügen, denn wie heißt der alte Spruch: Wer zahlt, schafft an! Niemand zwingt die ach so stolzen Griechen, *unser* Geld anzunehmen. Sie können's gerne lassen und deutsche Waren zur Abwechslung in bar bezahlen statt auf Pump.

Account gelöscht!

11.04.2014, 14:23 Uhr

Ich hab mir gestern Mal ca. 5 % meines Portfolios im Family-Office Nominal 2,5 Mio. € von den neues Hellas-Bonds gekauft, da die ja nicht wie zuletzt von einem Haircut betroffen sind.

Und wenn ich dann schon mit meinen Steuergeldern aus den Rettungsmechanismen dafür bürgen muss, will ich zumindest einen finanziellen Ertrag dagegen stehen haben. Also rechnet sich das Investment doch für mich.

Im Gegensatz zu der ganzen sinnlosen Geldverschwendung für Harzer, Rentner und sonst. Sozialschmarotzer aus der geduldeten Unterschicht in Deutschland, die ich mit meinen Steuern durchfüttern muss ohne dagegen einen finanziellen Gegenwert zu bekommen. Diese Asset-Klassen kosten also nur meine Steuern und bringen 0 € ROI. Und ich kenne auch keinen systemrelevanten Harz IV-Empfänger. Die Kosten nur. So einfach ist das. Over and out !

Hoch lebe das vereinigte Europa. Viva Europa !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×