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30.11.2011

17:39 Uhr

Kapitalismus-Kritiker

Kleinere Unruhen in London während Streiks

Mehr als zwei Millionen Beschäftigte sind in Großbritannien in den Ausstand getreten. Nur am Rande der Streiks gab es Ausschreitungen von Kapitalismus-Kritikern. Der größte Teil der Demonstrationen blieb fliedlich.

Die Proteste in London. AFP

Die Proteste in London.

LondonWährend der Massenstreiks in Großbritannien ist es in der Innenstadt von London zu kleineren Unruhen gekommen. Eine Gruppe von etwa 200 bis 300 Kapitalismus-Kritikern versammelte sich am Mittwoch in der Nähe des bekannten Platzes Piccadilly Circus. Einige von ihnen stürmten ein Bürogebäude, um auf dem Dach eine Flagge zu hissen. Die Polizei griff ein. Die Gegend des Protestes wurde weiträumig abgesperrt, es kam zu Problemen im Berufsverkehr. Bei den Demonstranten handelte es sich nicht um Streikende des öffentlichen Dienstes, sondern Mitglieder einer Antikapitalismus-Gruppe, meldete der Sender BBC.

Lehrer, Krankenhausbedienstete und Grenzschützer legten am Mittwoch ihre Arbeit nieder und erhöhten damit den Druck auf die rechtsliberale Regierung von Premierminister David Cameron.

Ein Streik im öffentlichen Dienst hat am Mittwoch in Großbritannien Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt. Die meisten Schulen blieben geschlossen, der Betrieb in den Krankenhäusern war gestört. Beim Flugverkehr auf den beiden größten Flughäfen des Landes, London-Heathrow und Gatwick gab es zunächst jedoch keine größeren Einschränkungen.

Fluggesellschaften hatten schon am Montag angekündigt, Verbindungen zum größten britischen Flughafen Heathrow bei London zu streichen, um lange Warteschlangen an den Passkontrollen zu verhindern. Die Regierung holte Botschaftspersonal aus anderen Ländern zurück, um bei den Kontrollen auszuhelfen.

Insgesamt zwei Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wollten aus Protest gegen die Kürzung ihrer Renten die Arbeit niederlegen. Die Regierung plant, das Renteneintrittsalter um ein Jahr auf 66 zu erhöhen, außerdem sollen die Beschäftigten mehr in die Rentenkassen einzahlen. Zudem stehen im öffentlichen Dienst Massenentlassungen an.

Finanzminister George Osborne rief die Gewerkschaften am Morgen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Ausstand werde nichts ändern. „Er macht nur unsere Wirtschaft schwächer und vernichtet möglicherweise Arbeitsplätze“, sagte Osborne..Der Chef des Gewerkschaftsdachverbands TUC, Brendan Barber, wies das zurück und sagte, der Aktionstag sei die Antwort auf die „Angriffe“ der Regierung.

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