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28.01.2014

14:28 Uhr

Karadzic-Prozess

Mladic verweigert trotz Gebiss die Aussage

In einer bizarren Vorstellung hat der ehemalige bosnisch-serbische General Ratko Mladic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für einen Eklat gesorgt. Karadzic konnte er damit nicht wie geplant entlasten.

Ratko Mladic nannte das UN-Kriegsverbrechertribunal ein „satanisches Gericht”. ap

Ratko Mladic nannte das UN-Kriegsverbrechertribunal ein „satanisches Gericht”.

Den HaagDer ehemalige bosnisch-serbische General Ratko Mladic hat am Dienstag im UN-Kriegsverbrecherprozess gegen seinen damaligen politischen Führer Radovan Karadzic für einen Eklat gesorgt. Von diesem als Entlastungszeuge geladen, lehnte er am Dienstag eine Aussage in dem, wie er sagte, „satanischen Gericht“ ab. Er begründete dies mit einem schlechten Gesundheitszustand; zudem sei er nicht bereit, das Risiko einzugehen, sich selbst zu belasten.

Den beiden bosnisch-serbischen Führern im Bosnien-Krieg von 1992 bis 1995 wird in separaten Prozessen Völkermord vorgeworfen. Erstmals erschienen die beiden am Dienstag gemeinsam im Gerichtssaal. Mladic warf Richter O Gon Kwon an den Kopf, dass er „keinen Pfifferling auf seine Vorladungen, seine Plattitüden und seine falschen Anschuldigungen“ gebe.

In einer bizarren Wendung erklärte sich Mladic bereit, doch auszusagen, wenn ihm sein Gebiss gebracht werde, dass er in seiner Zelle vergessen habe. Als diese Forderung erfüllt wurde, weigerte er sich erneut, Fragen Karadzics zu beantworten. Karadzic fragte, ob Mladic ihn jemals darüber informiert habe, ob Gefangene in Srebrenica exekutiert würden; er fragte, warum die bosnischen Serben Sarajevo beschossen und belagert und schließlich, ob es einen Plan gegeben habe, Kroaten und Muslime aus bosnisch-serbischem Gebiet zu vertreiben. Mladic antwortete nicht. Beim Verlassen des Gerichts sagte er zu Karadzic: „Danke und Entschuldigung, Radovan. Die Idioten würden mich nicht lassen. Sie verteidigen Nato-Bomben.“

Trotz einer Vorladung verzichtete das Gericht schließlich darauf, ihn zu einer Aussage zu zwingen.

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Der erste Zeuge im Prozess gegen den serbischen General Mladic hat ausgesagt.

Karadzic und Mladic gelten als mutmaßliche Drahtzieher serbischer Verbrechen während des Bosnien-Krieges. Zu den schlimmsten Vorfällen des Krieges gehörte das Massaker an Muslimen in Srebrenica 1995, bei dem Tausende Menschen getötet wurden.

Beide Angeklagten haben sich als unschuldig bezeichnet. Sie hätten im Krieg alles dafür getan, das serbische Volk zu verteidigen. Karadzic wurde 2008 in Serbien festgenommen, Mladic fast drei Jahre später. Bei einer Verurteilung droht ihnen lebenslange Haft.

Von

ap

Kommentare (1)

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grovh

28.01.2014, 17:02 Uhr

Nur ein Hinweis!Als die Gefahr bestand,zu erkennen,wie der Krieg gegen YU inszeniert wurde, wurde Milosevic durch Medikamenten-Entzug ganz schnell zum Schweigen gebracht,manche sprechen von feigen Mord! Zum besseren Verständnis empfehle ich das Buch von Brigadegeneral Loquai....Wege in einen inszenierten Krieg !

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