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30.03.2014

16:59 Uhr

Karibikinsel

Kuba macht sich hübsch für Investoren

Im Kampf gegen Stagnation setzt Kuba auf Geld aus dem Ausland. Mit fast revolutionären Reformen will die sozialistische Karibikinsel nun mehr ausländische Investoren anlocken. Doch die Probleme sind immer noch riesig.

Radfahrer vor Castro-Plakat auf Kuba: Die Investitionen sind weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. dapd

Radfahrer vor Castro-Plakat auf Kuba: Die Investitionen sind weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

HavannaKubas Wirtschaft leidet: Die Investitionen aus dem Ausland sind in den vergangenen Jahren weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Experten sehen dies als Hauptgrund für das schwache Wachstum. Präsident Raúl Castro will sein Land nun für Ausländer attraktiver machen - sein Investitionsgesetz billigten die 600 Abgeordneten am Samstag in einer außerordentlichen Sitzung. Es sieht unter anderem massive Steuersenkungen vor und erlaubt als Novum mehrheitlich ausländische Beteiligung an Investitionsprojekten.

Experten wie Richard Feinberg, Professor an der Universität Kalifornien, sind überzeugt davon, dass Kuba nur mit ausländischen Investitionen eine Chance habe, auf Wachstumskurs zu kommen. Dazu müsse ein Klima geschaffen werde, in dem sich die Wirtschaft wohlfühle.

Kuba leidet unter US-Embargo

Die Regierung müsse glaubhaft zeigen, dass sie eine positive Einstellung zu ausländischen Investoren habe. „Das ist die beste Garantie“, sagt er. Die Lösungsvorschläge der Experten: Kuba müsse Genehmigungsverfahren transparenter machen, Lohnsteuern senken und das direkte Anstellen von Kubanern erlauben. Der Vorstoß von Castro scheint also in die richtige Richtung zu gehen.

Bislang ist Kuba für Investoren kein gutes Pflaster. Es ist nicht allzu einfach, auf der sozialistischen Karibikinsel Geld zu verdienen. Es gibt keine offenen Ausschreibungen für Projekte, Genehmigungsprozesse sind undurchsichtig und schwerfällig. Zudem will die Regierung Ausländern bei Projekten nicht die Mehrheit überlassen.

Abschreckend wirkt auch, dass Korruption bei Auftragsvergaben eine große Rolle spielt. Häufig verhandeln Unternehmen millionenschwere Geschäfte mit Regierungsbeamten, die nur wenig verdienen. So wurde Bestechung ein Teil des Geschäfts. Zur gleichen Zeit kämpft die Regierung jedoch dagegen an - in den vergangenen Jahren wurden bei Razzien Kanadier, Chilenen, Tschechen, Engländer und Franzosen eingesperrt. Aber auch das schreckte die ausländische Geschäftswelt eher ab.

Kuba leidet auch unter dem US-Embargo, das seit 52 Jahren gilt. Es verbietet den Handel zwischen den USA und der Insel. Viele Unternehmen werden vor die Frage stellt, entweder mit Kuba oder den USA Geschäfte zu machen. Es gibt keine Anzeichen, dass das Embargo demnächst aufgehoben werden könnte.

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