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31.01.2006

14:51 Uhr

Karikatur-Affäre

Dänische Muslime nehmen Entschuldigung an

Die Wogen beim Streit um die Mohammed-Karikaturen einer dänischen Tageszeitung scheinen sich zu glätten. Zumindest hat die Entschuldigung des Blattes die in Dänemark lebenden Muslime besänftigt. In den arabischen Staaten dauert die Empörung an. Insbesondere Irak ist verstimmt.

HB KOPENHAGEN. Die dänischen Muslime haben die Entschuldigung der Zeitung „Jyllands-Posten“ für Karikaturen des Propheten Mohammed angenommen. Ein Sprecher der islamischen Glaubensgemeinschaft in Dänemark, Kasem Ahmad, sagte am Dienstag im Rundfunk: „Wir danken dem dänischen Ministerpräsidenten und der „Jyllands-Posten' ausdrücklich für das, was sie getan haben.“

Die dänischen Muslime hatten mit ihrer Kritik an den Karikaturen maßgeblich dafür gesorgt, dass diese auch in der islamischen Welt bekannt wurden. Das führte dann zu empörten Reaktionen bis hinzu Boykottdrohungen. Die Zeitung hatte sich am Montagabend auf ihrer Web-Site für die Karikaturen entschuldigt. Der Chefredakteur von „Jyllands-Posten“, Carsten Juste, erklärte, die Zeichnungen hätten nicht gegen dänische Gesetze verstoßen, aber unzweifelhaft viele Muslime beleidigt. Bei ihnen wolle man sich entschuldigen. Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen äußerte sich ähnlich. Er zeigte sich am Dienstag erfreut, dass die Entschuldigung angenommen worden sei.

Bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Al-Aksa-Brigaden hatten am Montag für kurze Zeit ein EU-Büro im Gazastreifen besetzt und von Dänemark und Norwegen eine Entschuldigung gefordert. Die Hamas rief zu einem Boykott dänischer Produkte auf. Die EU drohte Saudi-Arabien mit Sanktionen, sollte die Regierung den Boykott unterstützen. Im Irak riefen Politiker die Regierung auf, die Beziehungen zu Dänemark abzubrechen. Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari übergab dem dänischen Botschafter ein Protestschreiben. Eine der Karikaturen zeigt Mohammed mit einem Turban in Gestalt einer Bombe samt brennender Zündschnur. Auf einer weiteren Zeichnung hat er ein Schwert in der Hand. „Jyllands-Posten“ veröffentlichte sie bereits am 30. September, eine norwegische Zeitung druckte sie im Januar nach. Bereits seit Tagen gab es deswegen Proteste in mehreren islamischen Staaten.

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