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17.01.2010

13:31 Uhr

Karsai in München

Afghanistans Präsident kommt zur Sicherheitskonferenz

VonAndreas Rinke

ExklusivGlobales Diskussionforum statt transatlantischer Nabelschau - die Münchner Sicherheitskonferenz verändert ihren Charakter immer mehr. Der Anteil der Wirtschaftsvertreter steigt, während immer weniger Militärs teilnehmen. Das Thema Versorgungssicherheit steht ganz vorne.

Zur Münchner Sicherheitskonferenz erwartet: Afghanistans Präsident Hamid Karzai. dpa

Zur Münchner Sicherheitskonferenz erwartet: Afghanistans Präsident Hamid Karzai.

BERLIN. Mehr asiatische Teilnehmer und Wirtschaftsvertreter besuchen die Sicherheitskonferenz in München. Erstmals wird die Konferenz in diesem Jahr am 5. Februar von einem chinesischen Außenminister eröffnet. „Außerdem haben Afghanistans Präsident Karsai, der Uno-Generalsekretär und der neue Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ihre Teilnahme zugesagt“, sagte Organisator Wolfgang Ischinger dem Handelsblatt.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten sich auf der wohl wichtigsten internationalen Konferenz für sicherheitspolitische Debatten die Akzente deutlich verschoben. So steigt der Anteil der Wirtschaftsvertreter und der asiaischen Teilnehmer kontinuierlich weiter, während der der Militärs zurückgeht. „Das hat auch mit der veränderten Bedeutung von Sicherheit zu tun“, sagte Ischinger zur Begründung. So wird die Auftaktveranstaltung diesmal dem Thema Versorgungssicherheit gewidmet sein. Neben Vertretern der Rüstungsindustrie nehmen zunehmend Chefs deutscher Konzerne wie Münchner Rück oder Linde teil. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass geopolitische Veränderungen immer größeren Einfluss auf die Wirtschaft haben.

Als roten Faden der Veranstaltung sieht Ischinger diesmal eine Bilanz nach einem Jahr Regierungszeit von US-Präsident Barack Obama. Alle Regierungen hätten sich mittlerweile auf die neue Situation eingestellt und die Optionen diskutiert. Sowohl beim Thema Abrüstung, dem Nahost-Konflikt, Afghanistan und der Nato-Strategie-Debatte müsse es jetzt Bewegung geben. „Die Zeit zur Umsetzung der diskutierten Politik ist gekommen - es gibt keine Entschuldigung dafür mehr, dass nichts geschieht.“

Weitere Prominente auf der 46. Sicherheitskonferenz werden der Präsident Aserbaidschans und Obamas nationaler Sicherheitsberater Jim Jones sein. Ob US-Verteidigungsminister Robert Gates direkt nach dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Istanbul nach München reisen wird, steht noch nicht fest. Ischinger betonte aber, dass das Interesse der Amerikaner an der Sicherheitskonferenz nicht nachlasse. Aus den USA würden 40 Teilnehmer anreisen, darunter der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat, John Kerry und den frühere Präsidentschaftskandidaten John McCain.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird diesmal nicht in München auftreten. Sie überlässt das Feld Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Beide liefern sich seit Wochen einen Profilierungskampf in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Kommentare (2)

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Münchner Bürger

17.01.2010, 18:26 Uhr

Wann wird die Sicherheitskonferenz endlich in ein abgelegenes Alpental ausgelagert, z.b. nach Wildbad Kreuth? Die Konferenzteilnehmer könnten dann mit Hubschraubern vom Flughafen direkt auf die Wiese vor dem Konferenzhotel transportiert werden - ist doch viel komfortabler. Auch die Sicherheitsmaßnahmen wäre billiger: einfach den Achenpaß sperren, die b307 südlich von Kreuth sperren, und eine Kompanie Gebirgsjäger auf den Almen in der Region bivakieren lassen. in München könnte man dann weiter normal arbeiten und leben...

ebenfalls Münchner

18.01.2010, 12:55 Uhr

Wir wollen in der Münchner innenstadt keine Sicherheitslage wie im Regierungsviertel in Kabul! Warum wurde die bundeswehr an den Hindukusch geschickt?

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