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04.10.2013

16:33 Uhr

Kaschmir-Konflikt

Indische Armee kämpft gegen Extremisten

In Kaschmir kämpft die indische Armee seit Tagen gegen Militante. Seit Jahren schon fiel keine so große Gruppe von muslimischen Extremisten mehr in Indien ein. Indiens Präsident macht Pakistan mitverantwortlich.

Gesperrte Geschäfte, bewaffnete Soldaten: Im Kaschmirgebiet herrscht Anspannung. dpa

Gesperrte Geschäfte, bewaffnete Soldaten: Im Kaschmirgebiet herrscht Anspannung.

SingapurDie indische Armee kämpft seit vielen Tagen an der Demarkationslinie in Kaschmir gegen eine der größten muslimischen Extremistengruppen der vergangenen Jahre. Am Freitag wurden nach Armeeangaben drei weitere Militante getötet, nachdem in der vergangenen Woche bereits zwölf Extremisten erschossen worden waren.

Die indischen Truppen lieferten sich schwere Feuergefechte mit 35 bis 40 Militanten, die vor anderthalb Wochen von Pakistan aus über die De-Facto-Grenze nach Indien eingedrungen seien, sagte Generalleutnant Gurmeet Singh in Srinagar. Seit Beginn der Schusswechsel seien fünf indische Soldaten verletzt worden.

Die Streitkräfte gehen davon aus, dass die Eindringlinge zu den in Pakistan ansässigen Extremistengruppen Lashkar-e-Taiba, Hizbul Mujahideen und Al-Badr gehören. Indische Armeeoffiziere beschuldigen Pakistan immer wieder, Extremisten bei Angriffen in Indien zu unterstützen. Islamabad weist die Vorwürfe zurück.

Indiens Präsident Pranab Mukherjee erklärte in Richtung Pakistan, allen terroristischen Aktivitäten müsse Einhalt geboten werden. „Staatlich unterstützter Terrorismus ist immer inakzeptabel“, sagte er dem Fernsehsender euronews in Brüssel. Pakistan spreche immer davon, diese Akteure seien nichtstaatlich. „Dann antworte ich ihnen, dass nichtstaatliche Akteure nicht vom Himmel kommen. Nichtstaatliche Akteure kommen aus dem Gebiet unter Eurer Kontrolle.“

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Die Gefechte begannen fünf Tage ehe sich die Premierminister der beiden verfeindeten Atommächte, Manmohan Singh und Nawaz Sharif, in New York am Rande der UN-Vollversammlung trafen. Indische Medien spekulieren, die Extremisten wollten die Entspannungsbemühungen beider Seiten torpedieren.

Von

dpa

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