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08.06.2017

09:18 Uhr

Katar-Krise

Trump bietet Hilfe an

Der amerikanische Präsident hat Katars Emir Hilfe zur Klärung der Krise angeboten. Trump betonte in einem Telefonat, dass die Zusammenarbeit aller Staaten in der Region im Kampf gegen den Terror entscheidend sei.

Der US-Präisdent schlug Katars Emir ein Treffen im Weißen Haus an, um die Krise zu lösen. AP

Tamim Bin Hamad Al-Thani und Donald Trump

Der US-Präisdent schlug Katars Emir ein Treffen im Weißen Haus an, um die Krise zu lösen.

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat dem Emir von Katar in der diplomatischen Krise seine Unterstützung angeboten. Der Präsident habe in einem Telefongespräch mit Tamim bin Hamad al-Thani betont, dass die Zusammenarbeit aller Staaten in der Region im Kampf gegen Terror wichtig sei, teilte das US-Präsidialamt am Mittwoch mit. Trump habe ein Treffen im Weißen Haus vorgeschlagen, um die Krise zu lösen.

Der Emir von Kuwait traf unterdessen in der katarischen Hauptstadt Doha ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Kuna berichtete. Er hatte die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien besucht. Der kuwaitische Herrscher versucht, in dem Konflikt zu vermitteln.

Q&A Konflikt in Katar

Warum ist das Emirat Katar so wichtig?

Das Land hat nur rund 270.000 Staatsbürger - ist aber weltweit der größte Produzent von flüssigem Erdgas und teilt sich ein gewaltiges Unterwasser-Gasfeld mit dem Iran. Außerdem werden vom Luftstützpunkt Al-Udeid aus Angriffe der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition gegen die Terrormiliz im Irak und in Syrien geflogen.

Warum steht Katar im Konflikt mit den mächtigsten arabischen Ländern?

Spannungen zwischen Katar und Saudi-Arabien sind bereits vor zwei Wochen an die Oberfläche getreten. Katar gab an, dass die staatlich geführte Nachrichtenagentur und der offizielle Twitter-Account des Landes gehackt worden seien, um eine Falschnachricht zu verbreiten. Darin soll der katarische Emir, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, den Iran eine „regionale und islamistische Macht, die nicht ignoriert werden kann“ genannt haben.

Was sind die Konsequenzen des Streits?

Die Kappung der Verbindungen könnte für Katar längerfristige wirtschaftliche Konsequenzen haben - die sich wiederum auf Millionen von Wanderarbeitern und Auswanderern übertragen würden. Ein Großteil der Nahrungsmittel für Katar kommt aus Saudi-Arabien über die einzige Festland-Grenze Katars, die Saudi-Arabien nun aber geschlossen hat.

Gibt Katar nach?

Katar bestreitet seine Unterstützung für Terroristengruppen in Syrien und anderen Länder. Und das, obwohl dem Land vorgeworfen wird, sunnitische Rebellengruppen zu fördern, die die syrische Regierung des Amtes entheben wollen. Offenbar ging katarisches Geld auch an Gruppen wie die Muslimbruderschaft. Die katarischen Herrscher zeigen sich von dem Konflikt bisher jedoch unbeeindruckt. Medien des Landes verbreiteten eine Karikatur, die sich darüber lustig machte, dass der saudische König Salman Fake News verbreite.

Saudi-Arabien hatte am Montag zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Bahrain die Grenzen zu Katar geschlossen und die Bürger des Landes zum Verlassen ihrer Hoheitsgebiete aufgerufen. Zudem wurden Handel und Verkehr massiv eingeschränkt. Weitere Staaten schlossen sich dem Staatenbündnis an. Die Länder werfen Katar Terrorunterstützung vor und lehnen die Beziehungen des Emirats zum Erzfeind Iran und zur Muslimbruderschaft ab.

Von

rtr

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