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12.06.2017

09:42 Uhr

Katar-Krise

„Wenn wir einen Dollar verlieren, dann verlieren sie auch einen“

Eine Allianz arabischer Staaten geht gegen Katar vor. Vor allem Saudi-Arabien wirft dem Emirat vor, Terrorgruppen zu unterstützen. Trotz der Isolation sieht sich Katar gegen die Sanktionen der Nachbarn gut abgesichert.

Sandra Navidi von Beyond Global

„Katar ist für Deutschland wichtig“

Sandra Navidi von Beyond Global: „Katar ist für Deutschland wichtig“

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DubaiKatar hat mit der Einfuhr von Gütern über den Golfstaat Oman begonnen. Die Hafenbehörde veröffentlichte am Montag ein Video, das einen Frachter aus dem omanischen Sohar bei der Ankunft in Doha zeigt. Schiffslieferungen sollten auch über Salala abgewickelt werden, hieß es. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, zwei Schiffe aus dem Iran träfen bald in Oman ein.

Normalerweise wickelt Katar seinen Handel über den Tiefwasserhafen Dschebel Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab. Diese haben jedoch ebenso wie Saudi-Arabien, Ägypten und Bahrain den Schiffsverkehr mit Katar eingestellt. Zuvor hatten sie ihre diplomatischen Beziehungen zu dem Emirat abgebrochen.

Q&A Konflikt in Katar

Warum ist das Emirat Katar so wichtig?

Das Land hat nur rund 270.000 Staatsbürger - ist aber weltweit der größte Produzent von flüssigem Erdgas und teilt sich ein gewaltiges Unterwasser-Gasfeld mit dem Iran. Außerdem werden vom Luftstützpunkt Al-Udeid aus Angriffe der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition gegen die Terrormiliz im Irak und in Syrien geflogen.

Warum steht Katar im Konflikt mit den mächtigsten arabischen Ländern?

Spannungen zwischen Katar und Saudi-Arabien sind bereits vor zwei Wochen an die Oberfläche getreten. Katar gab an, dass die staatlich geführte Nachrichtenagentur und der offizielle Twitter-Account des Landes gehackt worden seien, um eine Falschnachricht zu verbreiten. Darin soll der katarische Emir, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, den Iran eine „regionale und islamistische Macht, die nicht ignoriert werden kann“ genannt haben.

Was sind die Konsequenzen des Streits?

Die Kappung der Verbindungen könnte für Katar längerfristige wirtschaftliche Konsequenzen haben - die sich wiederum auf Millionen von Wanderarbeitern und Auswanderern übertragen würden. Ein Großteil der Nahrungsmittel für Katar kommt aus Saudi-Arabien über die einzige Festland-Grenze Katars, die Saudi-Arabien nun aber geschlossen hat.

Gibt Katar nach?

Katar bestreitet seine Unterstützung für Terroristengruppen in Syrien und anderen Länder. Und das, obwohl dem Land vorgeworfen wird, sunnitische Rebellengruppen zu fördern, die die syrische Regierung des Amtes entheben wollen. Offenbar ging katarisches Geld auch an Gruppen wie die Muslimbruderschaft. Die katarischen Herrscher zeigen sich von dem Konflikt bisher jedoch unbeeindruckt. Medien des Landes verbreiteten eine Karikatur, die sich darüber lustig machte, dass der saudische König Salman Fake News verbreite.

Trotz der Isolation kann Katar seine Wirtschaft und Währung nach den Worten von Finanzminister Ali Scherif al-Emadi gegen Sanktionen anderer arabischer Staaten absichern. „Unsere Reserven und Investmentfonds entsprechen mehr als 250 Prozent des Bruttoinlandsproduktes“, sagte er in einem am Montag ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender CNBC. „Ich denke deshalb, dass es keinen Grund dafür gibt, besorgt zu sein.“ Der Verkauf von Anteilen an großen westlichen Unternehmen durch den heimischen Staatsfonds stehe nicht zur Debatte. „Wir sind extrem zufrieden mit unseren Positionen, unseren Investitionen und unserer Liquidität in unseren Systemen.“ Katar ist beispielsweise strategischer Investor bei Volkswagen und der Deutschen Bank.

Eine Gruppe von Staaten um Saudi-Arabien wirft Katar Terrorfinanzierung vor und hat das Land isoliert. „Viele Leute denken, dass wir die Einzigen sind, die dabei verlieren“, sagte Emadi. „Aber wenn wir einen Dollar verlieren, dann werden sie auch einen Dollar verlieren.“ Das Emirat weist die Anschuldigungen zurück und wird seinerseits vom Iran und der Türkei unterstützt.

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Katar droht eine lang anhaltende Krise, die auch die deutsche Wirtschaft treffen kann. Der Kampf um das reichste Land der Welt eskaliert auch wegen persönlicher Machtkämpfe, der märchenhafte Aufstieg ist vorerst beendet.

Die Energiebranche und die Konjunktur insgesamt würden normal weiterlaufen, sagte Emadi. Auch gebe es keine ernsthaften Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Lebensmitteln oder anderen Waren. Katar könne Güter aus der Türkei, dem Fernen Osten und aus Europa importieren. Auf die Krise werden man reagieren, indem die Volkswirtschaft noch breiter aufgestellt werde.

Von

rtr

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