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25.06.2011

15:56 Uhr

Kauf von Staatsanleihen

China setzt weiter auf den Euro

Nicht nur Griechenland steckt in einer Schuldenkrise. Auch anderen Ländern der Euro-Zone droht der finanzielle Kollaps. Nun bietet China seine Hilfe an - doch verlangt Gegenleistungen.

Chinas Premier Wen Jiabao will seinen Einfluss in Europa ausbauen. Quelle: Reuters

Chinas Premier Wen Jiabao will seinen Einfluss in Europa ausbauen.

BudapestChina will massiv ungarische Staatspapiere kaufen und auch den Euro weiter stützen. Das sagte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Samstag nach einem Gespräch mit seinem ungarischen Amtskollegen Viktor Orban in Budapest. Am Montag wird Wen in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. 

Orban sprach von einer chinesischen Hilfe in „historischer“ Größenordnung und von einem „Meilenstein“. Nun brauche sich sein Land um die Staatsfinanzen keine Sorgen mehr zu machen. China sei nunmehr Ungarns „strategischer Partner“. 

Wen betonte, China habe „Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Europas“ und sehe sich als „langfristigen Investor in Staatsschulden“ europäischer Staaten. „Wir unterstützen konsequent Europa und den Euro“, fügte Wen hinzu. China schätze als Europas Vorteil den hohen Stand der wissenschaftlichen Forschung sowie die gute Berufsausbildung. Deutschland biete eine herausragende verarbeitende Industrie und Großbritannien ausgezeichnete Finanzdienstleistungen. In Mittel-Osteuropa lägen zahlreiche Entwicklungschancen verborgen, sagte Wen. 

Beide Staaten schlossen im Beisein der Regierungschefs zwölf Wirtschaftsabkommen. Die chinesische Entwicklungsbank wolle für gemeinsame Investitionen eine Milliarde Euro Kredit zur Verfügung stellen, sagte Wen. Orban sagte, chinesische und ungarische Firmen hätten jetzt Investitionsabkommen im Wert von einer Milliarde US-Dollar in der Chemiebranche geschlossen. China wolle zudem Ungarn zum Logistik- und Verkehrsknotenpunkt in Mitteleuropa machen. Ziel sei es, das bilaterale Handelsvolumen bis 2015 auf 20 Milliarden US-Dollar mehr als zu verdoppeln. 

Auf eine Journalistenfrage, ob er mit Wen auch über „ideologische Fragen“ gesprochen habe, sagte Orban, beide Länder respektierten die Politik des anderen. „Wir Ungarn ziehen unseren Hut“ vor Chinas schnellem Wirtschaftsaufschwung. Pekings „fantastisch erfolgreiche Politik“ gebe auch Ungarn Hoffnung. Für eine wirtschaftliche Wende brauche Ungarn „eine neue Art von Bündnissen und eine neue Art von Verbündeten“. China und Ungarn sagten beide „nein zur Spekulantenwirtschaft“ und verträten „eine Wirtschaft, die auf Arbeit basiert“, sagte Orban. 

Nach seinem zweitägigen Ungarnbesuch wollte Wen nach Deutschland und Großbritannien weiterreisen. Es war der erste offizielle Besuch eines chinesischen Regierungschefs in Ungarn seit dem Fall des Kommunismus.

Von

dpa

Kommentare (29)

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Informant

25.06.2011, 16:04 Uhr

Nun ja, mit dem Dollar und USA haben sie es nicht mehr so.....
Aber die EU ist ein durchweg korruptes, verlogenes, bald ganz diktatorisches Konstrukt.
Das würde ja zu China gut passen ;-)
Aber die Chinesen sind auch kurz vor dem Abgrund.....eine riesige Immobilienbubble will bald platzen.....das fegt durch die Welt genauso wie ein kollabierender Dollar......

BlaBlaBla

25.06.2011, 16:23 Uhr

@Informant: Sie schreiben vernichtende Urteile über die EU und China. Mit Weltuntergangstheoretikern wie Ihnen kann man keinen Staat machen. Die Chinesen haben klare Vorstellungen über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und in der EU gibt es zum Glück auch noch Leute, die nicht nur schwarz sehen, aber eben auch deutlich die Probleme. Wir packen das schon! Und wenn dan ales gut gegangen ist, dann suchen Sie immer noch die Haare in der Suppe.

Account gelöscht!

25.06.2011, 16:25 Uhr

Etwas durchsichtig ist die chinesische Politik schon.
Erst wird der Klassenfeind USA platt gemacht, indem Europa gefördert wird. Und dann bekommt Europa eine chinaergebene Politik serviert, soweit sie nicht schon da ist. Am Ende ist Europa Chinas verlängerte Werkbank.

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