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08.12.2013

21:06 Uhr

Kaum Kooperation

EU-Länder verschwenden Milliarden bei Rüstung

Eine Studie des EU-Parlaments geht hart mit der Rüstungspolitik der EU-Staaten ins Gericht: Die Länder würden sich nicht genug aufeinander abstimmen. „Zusammenarbeit bleibt die Ausnahme“, schreiben die Experten.

Eurofighter der British Royal Air Force (RAF): „Verschwenderische Überkapazitäten, Duplikationen, fragmentierte Industrien und Märkte.“ dpa

Eurofighter der British Royal Air Force (RAF): „Verschwenderische Überkapazitäten, Duplikationen, fragmentierte Industrien und Märkte.“

BrüsselDie Staaten der Europäischen Union verschwenden Milliarden Euro, weil sie ihre Rüstungsprojekte nicht aufeinander abstimmen. Dies geht aus einer Studie des wissenschaftlichen Dienstes des EU-Parlaments hervor, die dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ vorliegt. Das 88-seitige Papier nennt „verschwenderische Überkapazitäten, Duplikationen, fragmentierte Industrien und Märkte“ als Hauptgründe für Effizienzverluste. 73 Prozent der Beschaffungsvorhaben würden bis heute nicht europaweit ausgeschrieben. „Zusammenarbeit bleibt die Ausnahme“, so die Experten.

Die Mehrkosten, die deswegen entstehen, beliefen sich auf mindestens 26 Milliarden Euro pro Jahr. Maximal könnten sich die verschwendeten Steuergelder auf bis zu 130 Milliarden Euro summieren. „Wir haben die EU geschaffen, um die großen Schicksalsfragen gemeinsam zu lösen und Europa eine angemessene Rolle in der Welt zwischen Amerika und Asien zu geben“, sagte EADS-Vorstandschef Tom Enders dem „Spiegel“. „Wir haben die EU nicht geschaffen, um einheitliche Glühbirnen, Toilettenspülungen oder Bananengrößen zu bekommen.“

Enders, der in der kommenden Woche Umstrukturierungen bei EADS verkünden wird, fürchtet einen „Abstieg in die dritte Liga“, wenn sich die Rüstungswirtschaft nicht besser aufstelle. „Die Fragmentierung des europäischen Rüstungsmarktes ist ein großes Problem“, sagte auch der Chef des EU-Militärstabes, der österreichische General Wolfgang Wosolsobe. „Wenn wir nicht umsteuern, stellt sich langfristig die Frage, ob wir als EU unsere Autonomie in der Verteidigungspolitik wahren können.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

09.12.2013, 08:44 Uhr

Ich bin der Meinung, der Herr Bundespräsident Gauck sollt nicht all so sehr den Moralapostel spielen! Hat er keine Sünden? Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.
Eine Studie des EU-Parlaments geht hart mit der Rüstungspolitik der EU-Staaten ins Gericht,
ich bin der festen Überzeugung, dieses Thema geht nur die Souveränen Nationalstaaten etwas an, hier hat sich das EU- Parlament nicht einzumischen.
Staaten können wenn sie dies möchten zusammen arbeiten, also auf freiwilliger Basis.

pit

09.12.2013, 10:14 Uhr

Lassen wir mal die EU beiseite und auch das Argument des Herrn Enders. Er hat genug zu tun in seinem Laden um das Zusammenspiel zb der Logistik der elektronischen Gleichteile innerhalb der Werke des Konzerns zu optimieren. Auch 30++ Jahre alte Bauteile, die auf dem internationalen Markt kaum mehr zu beschaffen sind, werden noch munter in der Elektronik der Satelliten verbaut. Da sieht einer in die Ferne wo das Machbare doch so nahe liegt. Die Rüstung der EU Staaten ist ebenfalls mit einfachsten mitteln zu optimieren. Man fange an mit: Radschrauben und Muttern bei den MilitärLKWs, bei den zivilen LKWs; bei der Austauschbarkeit der Anhängerkupplungen, bei den Reifen und Rädern der Militärfahrzeuge und und und. Eine endlose Liste von Kleinscheiß der im Ernstfall den Nachschub vor unlösbare Probleme stellt. Auch die Munition bis hin zu den richtig teuren Raketen - lassen sie sich problemlos von den verschiedensten Trägern abschießen? Wenn schon solche Petitessen unmöglich sind, wie soll da erst eine Zusammenarbeit bei der EU und NATO möglich sein. Wir haben je Land deutliche Unterschiede bei den Militärkonzepten und deren Aufgaben. Sicherlich mag ei Eurofighter sinnvoll sein für die EU. Ist er es für die NAZO oder die einzelne Großmacht? Dito Eurodrohne etc pp. Die Eu sucht wohl ein weiteres Feld zwecks Einmischung und Machterweiterung. Ist es sinnvoll die EU in allen Kernbereichen der einzelnen Länder zusätzliche Kompetenzen zu gewähren? Was bisher vorgeführt wurde und gerade im Werden begriffen ist, schafft kein Vertrauen. Geheimpolitik, Ausschluss der Öffentlichkeit bei Verhandlungen mit den USA, oder auch nur die extrem giftigen Energiesparlampen in den Wohnungen - lieber nichts zugestehen und sich selbst optimieren als der EU neue Kompetenzen zu gewähren. Chlorhähnchen, Genfood und Clonfleisch lassen grüßen.

Hagbard_Celine

09.12.2013, 15:39 Uhr

Was die EU braucht ist ein Heer, eine Luftwaffe, eine Marine mit einem zentralen Kommando.

Alles andere ist stümperhaftes Stückwerk das einen Haufen Geld kostet und seine Funktion nicht erfüllt, nämlich die Sicherheit der Bürger zu 100% zu garantieren.


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