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13.07.2011

12:23 Uhr

Kehrtwende

Japan will aus Atomkraft aussteigen

Vier Monate nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima plant die japanische Regierung eine Kehrtwende in ihrer Energiepolitik.

Japans Premier Naoto Kan informiert über die Wende in der Energiepolitik. Quelle: dpa

Japans Premier Naoto Kan informiert über die Wende in der Energiepolitik.

TokioDer japanische Premierminister Naoto Kan kündigte an, Japan wolle in „Etappen“ aus der Atomkraft aussteigen, gab aber keinen genauen Zeitplan an. Sein Land werde „eine zukünftige Gesellschaft ohne Kernkraftwerke schaffen“, sagte Kan auf einer Pressekonferenz. Japan solle an einer Gesellschaft arbeiten, die nicht von der Atomkraft abhängig sei, forderte der Premier. Der Plan bedeutet eine Abkehr von der früheren Regierungslinie.

Japan bezieht zurzeit etwa 30 Prozent der Energie aus Atomkraft und hatte vor der Katastrophe vom 11. März geplant, diesen Anteil bis zum Jahr 2030 auf 53 Prozent zu erhöhen. Kan sprach sich bereits in den vergangenen Wochen für eine Verringerung des Anteils der Atomenergie aus. Am Dienstag hatte er vor Parlamentsabgeordneten gesagt, seine Regierung habe „keine andere Wahl“ als die geplante Erhöhung zu Grabe zu tragen.
Am Mittwoch erläuterte er, die von einem Erdbeben und einem Tsunami ausgelöste Katastrophe in Fukushima habe ihm erst die großen Risiken der Atomkraft bewusst gemacht. Zehntausende Bewohner mussten ihre Häuser verlassen, die Behörden ordneten ein Sperrgebiet im Umkreis von 20 Kilometern um den zerstörten Meiler an. Nach dem Erdbeben versagten die Kühlsysteme im Katastrophenmeiler.
Aufgrund einer teilweisen Kernschmelze in drei der sechs Reaktoren gelangten große Mengen an radioaktiven Substanzen in die Umwelt.
Die Regierung ordnete letzte Woche sogenannte Stresstests für Atomkraftwerke an, um die besorgte japanische Bevölkerung zu beruhigen. Um drohende Stromengpässe zu vermeiden, drängt die Regierung darauf, zur Inspektion heruntergefahrene Atomkraftwerke noch im Sommer wieder in Betrieb zu nehmen. Dies stieß in der Bevölkerung auf Kritik.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.07.2011, 15:11 Uhr

Wie der japanische Fernsehkanal NHK heute mitteilte, ist wesentlich wahrscheinlicher als ein Ausstieg JJapans aus der Kernenergie das "Abschalten" der Regierung Kan. Dessen Unterstützung liegt derzeit noch bei 16 Prozent - Trend fallend.

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