Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2011

10:52 Uhr

Kein Atomausstieg

Japan kündigt Energiekonzept für 2012 an

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda will im Sommer 2012 ein neues Energiekonzept vorstellen. Zwar wolle man verstärkt erneuerbare Energien nutzen, von einem Atomausstieg war aber keine Rede.

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda: „Es ist unproduktiv, nur in dem Gegensatz zu denken, die Atomkraft loszuwerden oder sie zu fördern.“ dpa

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda: „Es ist unproduktiv, nur in dem Gegensatz zu denken, die Atomkraft loszuwerden oder sie zu fördern.“

TokioDer neue japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda will bis zum kommenden Sommer ein neues Energiekonzept vorstellen. Trotz des folgenschweren Atomunfalls vor einem halben Jahr im Kraftwerk Fukushima kündigte Noda am Dienstag in einer Grundsatzrede vor dem Parlament in Tokio keinen Atomausstieg an. „Es ist unproduktiv, nur in dem Gegensatz zu denken, die Atomkraft loszuwerden oder sie zu fördern“, sagte Noda. Vielmehr setze er darauf, „unsere Abhängigkeit von Atomkraft mittel- und langfristig so stark wie möglich zu verringern“ und zunehmend erneuerbare Energien zu nutzen. 

„Unser Land muss eine Gesellschaft der neuen Energien bauen“, sagte Noda. Atomreaktoren, die derzeit wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb seien, könnten aber wieder hochgefahren werden. Derzeit sind nur elf der 54 japanischen Reaktoren in Betrieb. 

Nodas Vorgänger Naoto Kan, der wegen Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Atomunfall zurückgetreten war, hatte sich als Konsequenz aus der Fukushima-Katastrophe für einen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen. Vor der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März, die das Atomkraftwerk Fukushima schwer beschädigte, hatte Japan geplant, bis zum Jahr 2030 den Anteil der Atomkraft an seiner Energieversorgung auf rund die Hälfte zu erhöhen. Dadurch wollte das rohstoffarme Land seine Abhängigkeit von Energieimporten verringern und die Umsetzung seiner Klimaschutzziele sicherstellen.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×