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12.01.2010

10:16 Uhr

Kein „Basta“

Kritiker setzen Merkel-Bashing fort

Die Angriffe auf Bundeskanzlerin Merkel werden immer schärfer: Aus den eigenen Reihen melden sich stündlich neue Angreifer und Verteidiger zu Wort, der Führungsstil der Kanzlerin ist Thema der öffentlichen Diskussion. Langsam aber sicher gerät die CDU-Chefin in die Defensive – ein Befreiungsschlag ist dringend nötig.

Puppen "Westerwilli" und "Merkel" aus der Augsburger Puppenkiste: Kanzlerin zum Machtwort genötigt. dpa

Puppen "Westerwilli" und "Merkel" aus der Augsburger Puppenkiste: Kanzlerin zum Machtwort genötigt.

HB BERLIN. Der unionsinterne Streit über das Profil von Kanzlerin Angela Merkel wird weiterhin mit aller Schärfe ausgetragen. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer wies die Kritik aus den CDU-Reihen an den Führungsqualitäten Merkels am Montagabend in der ARD-Talksendung „Beckmann“ vehement zurück. „Ich habe kein Verständnis für diese ständigen Zwischenrufe aus der zweiten und dritten Reihe.“ Er habe schon früher gesagt, wer Merkel unterschätze, habe schon verloren. „Das sagt über ihre Führungskraft alles aus ­ und zwar positiv. Man sollte uns arbeiten lassen in Berlin, vor allem die Kanzlerin.“

Immerhin habe die CDU-Chefin „nach 15 Jahren erreicht, dass Schwarz-Gelb wieder eine Mehrheit in Deutschland hat. Sie führt stark, und zwar früher die große Koalition wie jetzt die schwarz-gelbe Koalition“, sagte der bayerische Ministerpräsident. Ähnlich argumentierte Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) im ZDF-„Morgenmagazin“: Die Kanzlerin habe die CDU mit Erfolg in die gewünschte Koalition mit der FDP geführt, der Zustand der Union sei im Vergleich mit der SPD ausgezeichnet - das spreche klar für Merkel.

Wenige Tage vor der Klausurtagung des CDU-Bundesvorstands forderte der stellvertretende Parteivorsitzende Roland Koch eine neue Diskussionskultur. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Vielstimmigkeit innerhalb der CDU abnimmt“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. „Eine Partei kann es auf Dauer nicht ertragen, dass man jedes Thema endlos diskutiert.“ Die Attraktivität der CDU werde am Ende daran gemessen, „ob sie fähig ist, in einer sich verändernden Gesellschaft Konflikte aufzunehmen, emotionsfrei zu diskutieren und nachvollziehbar zu einer Mehrheitsentscheidung zu bringen“. Diese Entscheidung müsse dann von allen in der Partei vertreten werden.

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) verteidigte Merkel. Er teilte über seine Staatskanzlei in Magdeburg auf dpa-Anfrage mit, er teile die Kritik nicht. Zugleich beklagte Böhmer, dass die Kritiker sich an die Öffentlichkeit gewandt hatten: „Es wäre besser, wenn mehr miteinander als übereinander gesprochen würde.“

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