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21.12.2011

04:06 Uhr

Kein Ende der Gewalt

Syrische Soldaten töten 150 Menschen

Das Morden in Syrien nimmt kein Ende. In zwei Tagen sollen Soldaten des Regimes fast 150 Regimekritiker und abtrünnige Soldaten getötet haben. Die Arabische Liga plant eine Gruppe von Beobachtern in das Land zu schicken.

Demonstranten werfen Schatten auf ein Plakat von Syriens Präsident Assad. dapd

Demonstranten werfen Schatten auf ein Plakat von Syriens Präsident Assad.

Kairo/BeirutAuch kurz vor dem geplanten Eintreffen von Beobachtern der Arabischen Liga in Syrien reißt die Gewalt nicht ab. Fast 50 Todesopfer umfasst die Bilanz von Menschenrechtlern für den Dienstag. Ein Vorauskommando der Beobachter soll nach Angaben der Arabischen Liga am Donnerstag in Syrien eintreffen. „Ich kann mit einiger Sicherheit - aber nicht mit Bestimmtheit - sagen, dass sie (die Beobachter) bis Ende kommender Woche alle dort sein werden“, sagte Liga-Generalsekretär Nabil Elarabi.

Soldaten des syrischen Regimes haben in zwei Tagen offenbar mindestens 150 Menschen getötet. Nach Angaben von Aktivisten des Syrian Observatory for Human Rights wurden am Dienstag 47 Regimekritiker erschossen. Die Örtlichen Koordinationskomitees sprachen von bis zu 62 Toten. Bereits am Montag kamen den Berichten zufolge etwa 100 Menschen ums Leben. Bis zu 70 von ihnen seien abtrünnige Soldaten gewesen, die von einem militärischen Stützpunkt in der nördlichen Provinz Idlib geflohen seien.

Das syrische Staatsfernsehen zeigte unterdessen Bilder von Truppenübungen. Die Streitkräfte des Landes seien bereit, „jede Aggression, die den Feinden der Nation in den Sinn kommen könnte, zurückzuschlagen“, hieß es. Präsident Baschar Assad drohte am Dienstag auch Unterstützern der Aufständischen: Die Lieferung von Waffen, mit denen „terroristische Taten“ begangen würden, könne einem neuen Gesetz zufolge mit dem Tode bestraft werden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA.

Die Arabische Liga kündigte für Donnerstag die Entsendung einer zwölfköpfigen Gruppe von Beobachtern an. Das Team solle eine größer angelegte Beobachtungsmission vorbereiten und damit auf einen arabischen Plan zur Beendigung der Gewalt in Syrien hinarbeiten. Zum Leiter der Delegation wurde der stellvertretende Generalsekretär der Liga, Samir Seif el Dschasal, ernannt.

Kommentare (3)

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Otto

20.12.2011, 23:48 Uhr

Die Amerikaner haben im Irak 1,4 Millionen Zivilisten getötet, in Syrien Zehntausende und niemand spricht drüber!
DAS ist der Skandal!
Die Opfer in Syrien sind zwar nicht zu entschuldigen, dienen aber nur zu Ablenkung von eigenen Verbrechen!

free_voice

21.12.2011, 07:50 Uhr

Sogar das HB spricht von "150 Menschen", keine Zivilisten. Nach Reuters (http://in.reuters.com/article/2011/11/23/idINIndia-60691920111123) geht es um eine von den Amerikanern und Türken gesponsorten Armee.

http://www.infowars.com/syria-nato-genocide-approaches/

Kommentator

21.12.2011, 16:05 Uhr

Ja, Sie haben recht. Wieder einmal beteiligen sich die westlichen Medien an einer gigantischen Kriegspropaganda. Niemand wird Ihnen Ihre Mitschuld mehr abnehmen. Die Syrischen Quellen dieser Meldungen sind alles andere als glaubwürdig. Aber von einander abschreiben, statt selber zu recherchieren bzw. die Quellen der Nachrichten unter die Lupe zu nehmen, scheint heutzutage die Regel zu sein. Eigene Recherche haben unsere Mainstream Medien anscheinend nicht mehr nötig. Man hat nichts gelernt aus der Irak- und Lybienpropaganda. Damit machen sie sich alle schuldig. Ich hoffe die Redakteure können noch gut schlafen.

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