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16.02.2014

15:55 Uhr

Kein Ende der Gewalt

Über 140.000 Tote im syrischen Bürgerkrieg

Mehr als 140.000 Menschen sind nach jüngsten Angaben im syrischen Bürgerkrieg bereits getötet worden. Nachdem die Friedensverhandlungen in Genf ohne Ergebnis blieben, droht der Krieg nun weiter zu eskalieren.

Ein zerstörtes Gebäude nach einem Bombenanschlag mit einer Autobombe in der Stadt Hama in Syrien. dpa

Ein zerstörtes Gebäude nach einem Bombenanschlag mit einer Autobombe in der Stadt Hama in Syrien.

Genf/WashingtonNach den ergebnislosen Friedensverhandlungen in Genf droht der syrische Bürgerkrieg weiter zu eskalieren. Die syrische Opposition und ihre Unterstützer in den arabischen Golfstaaten setzen jetzt wieder verstärkt auf eine militärische Lösung des blutigen Konfliktes, der im März 2011 mit friedlichen Demonstrationen gegen Präsident Baschar al-Assad begonnen hatte. Inzwischen hat der Krieg nach jüngsten Angaben mehr als 140.000 Opfer gefordert, davon gut die Hälfte Zivilisten.

Die letzte Runde der Friedensverhandlungen in Genf war unter anderem daran gescheitert, dass sich die syrische Regierungsdelegation weigerte, über eine Übergangsregierung unter Beteiligung der Opposition zu verhandeln. UN-Vermittler Lakhdar Brahimi nannte am Samstag keinen Termin für eine Fortsetzung der Gespräche.

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Die Syrien-Gespräche in Genf sind vorbei - einen Fortsetzungstermin gibt es nicht. Die Parteien sollen sich jetzt entscheiden, ob sie überhaupt weitere Verhandlungen wollen. Auch Abschlusstreffen brachte keinen Fortschritt

Westliche Diplomaten erklärten, es sei zu hoffen, dass Russland in den kommenden Wochen auf das syrische Regime einwirken werde, damit dieses seine Blockade-Haltung aufgebe. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warf Assad und seinen Gefolgsleuten vor, nicht ernsthaft an Verhandlungen interessiert zu sein, sondern nur ihre Macht sichern zu wollen. „Das Leiden der Syrer und die Zukunft des Landes spielen dabei offensichtlich keine Rolle“, betonte Steinmeier in Berlin.

Regimekritische Medien in Syrien berichteten am Sonntag ausführlich von einem Besuch von Oppositionsführer Ahmed al-Dscharba bei Rebellen in der Provinz Idlib. Den Angaben zufolge versprach der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Allianz den Kommandeuren „moderne Waffen“.

US-Medien hatten in den vergangenen Tagen unter Berufung auf Diplomaten berichtet, Saudi-Arabien sei unzufrieden mit dem Verlauf der Genfer Gespräch und werde deshalb nun schultergestützte Luftabwehrraketen aus chinesischer Produktion und russische „Konkurs“-Panzerlenkwaffen an die Rebellen liefern.

Die US-Regierung steht im Syrien-Konflikt zwar auch aufseiten der Opposition. Von der Lieferung moderner Waffensysteme - insbesondere Flugabwehrraketen - schreckt Washington aber zurück, aus Angst diese könnten islamistischen Terroristen in die Hände fallen.

Kommentare (1)

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KritischeStimme

17.02.2014, 20:22 Uhr



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