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30.12.2011

04:57 Uhr

Kein Kurswechsel

Alles beim Alten in Nordkorea

Nach dem Tod des langjährigen Machthabers Kim Jong Il erklärt die Nationale Verteidigungskommission Nordkoreas ihren politischen Kurs. Dafür wählt das mächtigste Entscheidungsgremium des Landes harsche Worte.

Während der Trauerfeier für Kim Jong Il in Pjöngjang. dapd

Während der Trauerfeier für Kim Jong Il in Pjöngjang.

Pjöngjang/SeoulNordkorea will nach dem Tod seines langjährigen Machthabers Kim Jong Il keine neuen Wege einschlagen. „Wir erklären feierlich und mit Zuversicht, dass die törichten Politiker weltweit, darunter die Marionettengruppe in Südkorea, von uns keinen Wandel erwarten sollten“, hieß es am Freitag in einer Erklärung der Nationalen Verteidigungskommission Pjöngjangs.

Das mächtigste Entscheidungsgremium des kommunistischen Landes hat zudem jeden Kontakt mit der amtierenden südkoreanischen Regierung ausgeschlossen. Die Mitteilung kam einen Tag nach Ende der offiziellen Trauerfeierlichkeiten für Kim Jong Il und der Ernennung von dessen Sohn Kim Jong Un zum „obersten Führer“ am Donnerstag.

Während der Trauerfeierlichkeiten hatte sich die Führungselite Nordkoreas hinter Kim Jong Un gestellt. „Die Tatsache, dass er die Frage der Nachfolge vollständig gelöst hat, ist eine der vornehmsten Errungenschaften des großen Kameraden Kim Jong Il“, sagte Kim Yong Nam, Präsident des Präsidiums der Obersten Volksversammlung zu den hunderttausenden Menschen, die sich auf dem Kim-Il-Sung-Platz in Pjöngjang versammelt hatten.

Nordkorea nimmt im Konflikt um sein Atomprogramm seit Jahren eine harte Haltung ein. Experten gehen davon aus, dass das weitgehend von der Außenwelt abgeschottete und völlig verarmte Land bis in zwei Jahren eine Atomrakete entwickeln kann. Zudem verschlechterte sich das Verhältnis zu Südkorea, seit dort die konservative Regierung von Präsident Lee Myung Bak im Amt ist.

Die USA berieten am Donnerstag mit ihren südkoreanischen Verbündeten über die Entwicklung der Lage. US-Verteidigungsminister Leon Panetta habe etwa 20 Minuten lang mit seinem Kollegen Kim Kwan Jin gesprochen, teilte ein Ministeriumssprecher in Washington mit. Oberste Priorität der beiden Staaten blieben Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel.

Kommentare (2)

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Die_Nase_voll_von_den_Spinnern

30.12.2011, 08:31 Uhr

Hahn endgültig abdrehen, keine Lebensmittelunterstützung oder finanzielle Hilfen mehr, die ohnehin nur dazu dienen das Regime zu stützen und in neue Waffen zu investieren um die Bevölkerung weiter zu unterjochen und die gesamte Region zu bedrohen. Die Politik der letzten 10 Jahre, in der Transfers stattfanden, d.h. humanitäre Hilfe in Form von Lebensmittellieferungen und z.T. Geldzahlungen, kann man jedenfalls als gescheitert betrachten, da sie in keiner Weise eine Verbesserung herbeigeführt hat. Um ein militärisches Eingreifen zu vermeiden, wäre ein Herbeiführen des Zusammensturzes des Systems die einzige Lösung. Bei völliger Isolation würde die Bevölkerung kurzzeitig leiden, dies wäre aber das kleinere Übel anstatt dieses marode Krebsgeschwür weiterhin auf Sicht der nächsten Jahre am Leben zu halten.

sharwes

30.12.2011, 09:13 Uhr

Gebt den bloß keine Nahrung, Rohstoffe oder sonstige Unterstützung - das ist zwar hart für das Volk aber anders lernen die dortigen verlogenen und verfressenen (seht doch nur den wohlgenährten Führer an)Eliten es nie. Schön zu sehen wir der Sozialismus funktioniert - bitte alle die hierzulande davon schwärmen nach Nordkorea auswandern!

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