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26.06.2011

17:09 Uhr

Kein Regimewechsel

Südafrikas Präsident verteidigt Gaddafi

In Libyen droht ein militärisches Patt. Nun wächst die Kritik an der Strategie der Nato. Südafrikas Präsident Zuma kritisiert die Tötung von Zivilisten und warnt den Westen vor einer Ermordung Gaddafis.

Südafrikas Präsident Zuma trifft Libyens Dikator Gaddafi in Tripolis. Quelle: Reuters

Südafrikas Präsident Zuma trifft Libyens Dikator Gaddafi in Tripolis.

KapstadtDer südafrikanische Präsident Jacob Zuma hat die Nato-Angriffe in Libyen erneut scharf kritisiert und vor einer Ermordung Muammar al-Gaddafis gewarnt. Die UN-Resolution zu Libyen „ermächtigt nicht zu einem Regimewechsel oder einer politischer Ermordung“, betonte Zuma am Sonntag in Pretoria bei einem Treffen mit dem Libyenausschuss der Afrikanischen Union (AU). 

Ziel der UN-Resolution 1973 sei der Schutz der Zivilbevölkerung gewesen. Die andauernde Bombardierung gefährde aber die Bemühungen für eine friedliche Lösung und Stabilität in Libyen, so der Präsident Südafrikas, das als nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates für die Libyenresolution 1973 gestimmt hatte. 

Das militärische Patt in Libyen fordere einen „schrecklich hohen Preis an Menschenleben“, sagte Zuma. Zudem habe der Konflikt das Potenzial, „die gesamte Region zu destabilisieren“. Afrikas Staaten wollten ein Ende des Konflikts und einen Prozess der Reformen und der Demokratisierung. Dazu brauche es einer Lösung zwischen den Parteien in Libyen, die alle Kompromisse machen müssten. 

An dem Treffen in Pretoria nahmen die Präsidenten Mauretaniens, Ugandas und Malis sowie der Außenminister Kongos teil. Der Libyenausschuss bereitet nach Informationen aus Pretoria einen neuen Plan für Libyen vor, der auf der anstehenden Generalversammlung der AU Mitte der Woche in Äquatorial-Guinea beschlossen werden soll. 

Zuma hatte im Auftrag der AU bereits Ende Mai Tripolis besucht. Seine Bemühungen um einen Waffenstillstand und für eine friedliche Lösung brachten jedoch keine Ergebnisse.

Von

dpa

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