Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.11.2014

20:48 Uhr

Keine Förderkkürzung

Gespräche vor Opec-Treffen bleiben ohne Ergebnis

Im Kampf gegen den Ölpreisverfall kann Russland nicht auf schnelle Schützenhilfe der anderen Förderländer setzen. Kurz vor dem Opec-Treffen zeichnet sich keine gemeinsame Linie der großen Ölförderländer ab.

Eine Abstimmung über Förderkürzungen unter den großen Ölförderländern wird es vorerst nicht geben. dpa

Eine Abstimmung über Förderkürzungen unter den großen Ölförderländern wird es vorerst nicht geben.

WienGespräche zwischen den Opec-Mitgliedern Saudi-Arabien und Venezuela sowie Mexiko und Russland am Dienstag in Wien ergaben keine Einigung auf eine Förderkürzung. Das teilte Venezuelas Außenminister Rafael Ramirez am Dienstag mit.

Alle Teilnehmer der Sitzung hätten einem weiteren Treffen in drei Monaten zugestimmt. Sie seien der Auffassung gewesen, dass der aktuelle Ölpreis von unter 80 Dollar je Barrel nachteilig sei. Seit Juni sind die Preise um gut ein Drittel gesunken. Russland ist einer der Hauptleidtragenden dieser Entwicklung. Das Öl-Kartell Opec kommt am Donnerstag in Wien zusammen.

Ein wichtiger Grund für den Öl-Preiseinbruch ist der Schieferölboom in den USA, der zu einem drastischen Überangebot an den Weltmärkten geführt hat. Dennoch rätseln selbst langjährige Opec-Beobachter darüber, ob die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf den Preisverfall reagiert und die Förderung drosselt.

Denn Saudi-Arabien als weltgrößter Ölexporteur und wichtigster Opec-Staat ist ein enger Verbündeter der USA, die wegen der Ukraine-Krise im Streit mit Russland liegen.

Russland bezieht rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export. Im Haushaltsplan für 2014 rechnet die Regierung in Moskau mit einem durchschnittlichen Preis von 104 Dollar je Barrel (159 Liter). In Moskau ist daher längst von einem Komplott die Rede. Auch der Iran hat den beiden Feinden USA und Saudi-Arabien konspirative Absprachen vorgeworfen, die sich gegen die Wirtschaft des Landes richteten.

Der Chef des größten russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, sagte, dass Russland seine Förderraten derzeit nicht senken könne. Mittel- bis langfristig sei dies aber möglich. Russland leide nicht stark unter dem Rückgang des Ölpreises. Dieser könnte aber eine Verschiebung von kapitalintensiven Projekten nach sich ziehen, ergänzte Setschin.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×