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06.09.2015

17:14 Uhr

Keine Koaltion

Tsipras setzt trotz Verlusten in Umfragen auf stabile Regierung

Zwei Wochen vor der griechischen Parlamentswahl setzt Tsipras trotz knapper Umfrageergebnisse auf die Bildung einer stabilen Regierung. Zugleich bekräftigte er, keine Koalition mit Nea Dimokratia eingehen zu wollen.

Tsipras bekräftige am Sonntag keine Koalition mit der konservativen Nea Dimokratia eingehen zu wollen, die Umfragen zufolge etwa gleichauf mit seiner Syriza-Partei liegt. dpa

Alexis Tsipras

Tsipras bekräftige am Sonntag keine Koalition mit der konservativen Nea Dimokratia eingehen zu wollen, die Umfragen zufolge etwa gleichauf mit seiner Syriza-Partei liegt.

AthenZwei Wochen vor der Parlamentswahl in Griechenland setzt der zurückgetretene Ministerpräsident Alexis Tsipras trotz knapper Umfrageergebnisse auf die Bildung einer stabilen Regierung. Bis zu 20 Prozent der Wähler sei noch immer unentschlossen, sagte der Linkspolitiker in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders Skai. Sollte der Wahlsieger keine absolute Mehrheit im Parlament erzielen, wäre die siegreiche Partei diesem Ziel aber doch nahe. “Also wird auch eine Regierung zustande kommen.“ Zugleich bekräftigte Tsipras, keine Koalition mit der konservativen Nea Dimokratia eingehen zu wollen, die Umfragen zufolge etwa gleichauf mit seiner Syriza-Partei liegt. Die Ziele und die Unterschiede in den Parteiprogrammen seien dafür zu groß.

Tsipras hatte im Januar die Wahl mit dem Versprechen gewonnen, die Reform- und Sparpolitik des Konservativen Antonis Samaras zu beenden. Nach monatelangen Konflikten mit den internationalen Gläubigern und einem drohenden Austritt des hoch verschuldeten Landes aus der Euro-Zone vollzog er dann aber eine Kehrtwende und vereinbarte ein drittes Hilfsprogramm mit einem Volumen bis zu 86 Milliarden Euro. Im August trat er zurück, um nach einem Aufstand in seiner Partei bei Neuwahlen die Rückendeckung der Bürger zu bekommen.

Umfragen zufolge ist der Vorsprung von Syriza vor den Konservativen verschwunden. Beide Parteien liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem mal Syriza, mal die ND einen minimalen Vorsprung hat. In zwei am Samstag veröffentlichten Erhebungen führen die Linken mit 0,6 beziehungsweise 0,4 Prozentpunkten vor Nea Dimokratia. Deren Chef Evangelos Meimarakis ist inzwischen beliebter als Tsipras. Die Zahl der unentschiedenen Wähler wurde in den Umfragen mit 11,6 und 14,1 Prozent angegeben. Die stärkste Fraktion erhält nach dem griechischen Wahlrecht im 300 Sitze zählenden Parlament einen Bonus von 50 Mandaten. Je nachdem, wie viele Parteien an der Drei-Prozent-Hürde scheitern, können wegen des Bonus' auch schon 35 Prozent für die Mehrheit reichen.

Von

rtr

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