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24.08.2014

14:45 Uhr

„Keinerelei Unterstützung“

Katar distanziert sich von Terrormiliz IS

Westliche Experten werfen Katar schon seit Jahren vor, radikale sunnitische Islamisten-Gruppen zu unterstützen. Nun geht der Außenminister des Golfemirats in die Offensive.

Der Außenminister von Katar, Chalid al-Attija: „Katar ist von den Ansichten, gewaltsamen Methoden und Zielen der IS abgestoßen.“ dpa

Der Außenminister von Katar, Chalid al-Attija: „Katar ist von den Ansichten, gewaltsamen Methoden und Zielen der IS abgestoßen.“

LondonKatars Außenminister Chalid Al-Attija hat mit deutlichen Worten den Vorwurf zurückgewiesen, das Golfemirat finanziere die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Katar unterstütze in keinerlei Form extremistische Gruppen wie IS und werde dies auch nicht tun, teilte Al-Attija in London in einer Erklärung mit. Entsprechende Kommentatoren seien „schlecht informiert“. Katar sei von den Ansichten, gewaltsamen Methoden und Zielen der Extremisten abgestoßen, sagte er. Die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley durch IS verurteilte Al-Attija als „barbarischen“ Mord.

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) hatte das Golfemirat vor einigen Tagen in einem ZDF-Interview in Zusammenhang mit der Finanzierung der IS-Extremisten im Irak und in Syrien gebracht. Katar reagierte empört auf die Vorwürfe. Die Bundesregierung sah sich daraufhin zu einer Klarstellung gezwungen und sprach von einem Missverständnis. Sie hat nach Angaben des Außenministeriums keine Erkenntnisse über eine Unterstützung der Miliz durch das Emirat. Eine Sprecherin des Entwicklungsministeriums sagte, Müller habe sich in dem Interview nicht auf eigene Informationen über Katar, sondern auf Presseberichte bezogen.

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Vor der Ermordung des US-Journalisten James Foley haben sich die Terroristen der IS per E-Mail an seine Eltern gewandt. Lösegeld wollte die Regierung Obama nicht zahlen – die Eltern baten in einer Antwort um Gnade.

Al-Attija verurteilte neben dem „barbarischen Mord“ der Terrorgruppe an dem US-Journalisten James Foley unter anderem explizit den blutigen Angriff auf eine sunnitische Moschee im Irak mit mehr als 70 Toten. Um die Gewalt im Irak und in Syrien zu beenden, sei entschlossenes gemeinsames Handeln notwendig, erklärte er. Den extremistischen Gruppen in der Region müsse der Geldhahn abgedreht werden. Das Ziel Katars sei, nach besten Kräften zu Frieden und Gerechtigkeit in der Region beizutragen.

Islamistische Aufständische haben große Gegenden im Nordirak sowie im Norden und Osten Syriens unter ihre Kontrolle gebracht. Westliche Experten kritisieren seit Jahren, das Golfemirat Katar unterstütze nicht nur wie Saudi-Arabien und der Westen gemäßigte Rebellen, sondern auch radikale sunnitische Islamisten-Gruppen. Die Golfmonarchie ist an zahlreichen westlichen Konzernen beteiligt.

Einen exklusiven Gastbeitrag von Katars Außenminister Chalid Al-Attija finden Sie am Sonntagabend ab 19 Uhr in der Tabloid-App Handelsblatt Live und in der Montagausgabe des Handelsblatts.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

25.08.2014, 07:41 Uhr

Wer's glaubt, wird seelig
---------
Saudi-Arabien und Katar sind die größten Finanzierer von Terrororganisationen wie al-Qaida und der ISIS/IS.
Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Herr Peter Hubich

25.08.2014, 08:03 Uhr

da haben wir aber noch einmal Glück gehabt, am Ende hätts noch Sanktionen, wie z.B. kein Erdöl aus der Region mehr importieren, gegeben.

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