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13.01.2015

15:41 Uhr

Kernenergie

Frankreich will neue Atomkraftwerke bauen

Frankreich setzt weiter auf die Kernenergie, plant sogar, neue Atommeiler bauen, ältere Kraftwerke könnten länger am Netz bleiben. Bundesumweltministerin Hendricks fordert derweil die Abschaltung des AKW Fessenheim.

Frankreich setzt weiter auf Atomenergie. dpa

Frankreich setzt weiter auf Atomenergie.

ParisAnders als Deutschland setzt Frankreich auch mittelfristig auf Kernenergie und erwägt den Neubau von Atomkraftwerken. Energieministerin Segolene Royal sagte dem Magazin „L'Usine Nouvelle“ am Dienstag, das Land müsse den Bau „einer neuen Generation von Reaktoren“ ins Auge fassen, wenn Altanlagen nicht modernisiert werden könnten.

Der Entwurf für ein sogenanntes Überleitungsgesetz sieht vor, dass Frankreich seinen Atom-Anteil beim Strom von 75 auf 50 Prozent reduziert. Die Vorlage ist vom Abgeordnetenhaus verabschiedet worden und wird derzeit in der zweiten Parlamentskammer - dem Senat - geprüft.

Rund die Hälfte der 58 französischen Akw erreicht im nächsten Jahrzehnt die Laufzeitgrenze von 40 Jahren. Royal, die frühere Lebensgefährtin von Präsident Francois Hollande, hält diese Grenze jedoch nicht für in Stein gemeißelt. „Einige Atomkraftwerke“ könnten noch länger am Netz bleiben.

Diese Forderung erhebt auch der Akw-Betreiber EDF, auf den binnen zehn Jahren Modernisierungskosten für seine Atomanlagen in Höhe von 55 Milliarden Euro zukommen. Die letzte Entscheidung über die Laufzeit liegt jedoch nicht bei der Regierung, sondern bei der unabhängigen Atomaufsichtsbehörde ASN. Sie will dieses Jahr eine Vorentscheidung treffen und bis 2019 eine bindende Regelung schaffen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert von der französischen Regierung hingegen eine schnellstmögliche Abschaltung des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim nahe der deutschen Grenze. „Wie Sie wissen ist die Bevölkerung im grenznahen Bereich über die Sicherheit des Atomkraftwerks sehr besorgt“, heißt es in einem Schreiben an die französische Energieministerin Ségolène Royal.

Hendricks bat darum, die Sorgen zu berücksichtigen und „die Stilllegung des Kraftwerks zum frühestmöglichen Zeitpunkt vorzusehen“. Das AKW im Elsass ist seit 1977 in Betrieb und damit das älteste der derzeit noch laufenden 58 Atomkraftwerke in Frankreich.

In Deutschland ist das Ende der Atomkraft längst besiegelt: 2022 sollen die letzten Meiler vom Netz gehen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

13.01.2015, 15:47 Uhr

Die Deutsche Politik sollte auch endlich zur Vernunft kommen und NEUE Kraftwerke bauen. Ansonsten geht Deutschland einen dunklen Zeitalter des Stillstands und Rückschritt entgegen. Der Technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Man kann den Anschluss nur verlieren, wenn man weiter am Kernkraftausstieg, politisch und medial in Deutschland festhält.
Danke!

Herr Riesener Jr.

13.01.2015, 16:07 Uhr

Frankreich reiht sich ein in eine schon jetzt relativ lange Liste von Ländern, die neue, moderne und sichere Kernkraftwerke bauen werden.

Wahr ist auch:
„Wie Sie wissen ist die (deutsche) Bevölkerung im grenznahen Bereich über die Sicherheit des Atomkraftwerks sehr besorgt“
Klar, das ist Verdienst der deutschen Medien. Diese Sorge beruht aber nicht auf Fakten. Kein Deutscher oder Franzose ist je an Strahlung aus Kernkraftwerken gestorben. Und Tsunamis oder fehlkonstruierte Tschernobyl-Reakoren haben wir bei uns auch nicht.

Account gelöscht!

13.01.2015, 17:36 Uhr

Frankreich sieht den großen Bedarf in Deutschland - und das riesige Geschäft auf Kosten der dummen Deutschen unter einer ebensolchen Kanzlerin.

Also baut es KKW am Rhein - unter beständigem Westwind.

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