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15.01.2014

14:42 Uhr

Kernkraft

Japans Regierung genehmigt AKW-Neustart

Wenn es nach der japanischen Regierung geht, können die Atomreaktoren im Land wieder angefahren werden. Die Betreiberfirma Tepco braucht aber auch Zustimmung örtlicher Behörden. Noch sind alle 50 Anlagen außer Betrieb.

Das Katastrophen-Kraftwerk von Fukushima: Dieser Meiler wird definitiv nie mehr in Betrieb gehen. dpa

Das Katastrophen-Kraftwerk von Fukushima: Dieser Meiler wird definitiv nie mehr in Betrieb gehen.

TokioDie japanische Regierung hat am Mittwoch grünes Licht für einen Plan des Fukushima-Betreibers Tepco gegeben, abgeschaltete Atomreaktoren andernorts wieder anzufahren. Industrieminister Toshimitsu Motegi genehmigte in der Hauptstadt Tokio grundsätzlich das Vorhaben, einzelne Einheiten in der Atomanlage Kashiwazaki-Kariwa in der nördlichen Präfektur Niigata wieder in Betrieb zu nehmen. Bevor dies geschehen kann, müssen allerdings die örtlichen Behörden dem Plan noch zustimmen, was ungewiss ist und in jedem Fall einige Zeit dauern könnte.

Das Atomkraftwerk Fukushima war im März 2011 von einer Erdbeben- und Tsunamikatastrophe getroffen worden. Vier Reaktoren wurden schwer beschädigt, in dreien kam es zur Kernschmelze und zum Austritt radioaktiver Substanzen, die weite Teile der umliegenden Region verstrahlten. Tausende Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlzwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt und in Wassertanks gelagert wurde, gelangten in den Pazifischen Ozean.

Die japanische Katastrophe in Zahlen

Das Erdbeben

Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Es löste auch einen Tsunami aus. Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.

Die Naturkatastrophe

Die Naturkatastrophe forderte rund 15 800 Tote und mehr als 3700 Vermisste.

Die zivilen Schäden

Die zivilen Schäden der Dreifach-Katastrophe belaufen sich insgesamt auf etwa 160 Milliarden Euro.

Länger unbewohnbar

Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100 000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.

Radioaktiv verseuchtes Wasser

Über 10 000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser flossen in den Ozean. Es geriet 168-mal so viel Cäsium 137 in die Umwelt wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe.

Das Kraftwerk

Nach Angaben des Fukushima-Betreibers Tepco wird es noch bis zu 40 Jahren dauern, bis das Kraftwerk vollständig gesichert ist. Rund 20.000 Arbeiter halfen bislang, die Reaktoren unter Kontrolle zu bringen.

Nach der Katastrophe wurden alle 50 Atomanlagen in Japan abgeschaltet und seither nicht wieder in Betrieb genommen. Tepco wurde weitgehend verstaatlicht und sieht sich mit hohen Kosten für die Beseitigung der Schäden in Fukushima sowie für Entschädigungen konfrontiert. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe ist grundsätzlich für die weitere Nutzung der Atomenergie, sieht sich aber mit starken Vorbehalten in der Bevölkerung konfrontiert.

Von

afp

Kommentare (1)

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CWE

15.01.2014, 17:10 Uhr

"in dreien kam es zur Kernschmelze"

das ist falsch, der eine war sogar entladen (also ohne Brennelemente). Der Wasserstoff ist durch die gemeinsam genutzten
Kuehlleitungen in den zweiten Block gelangt. Bitte etwas mehr Sorgfalt !

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