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18.02.2004

08:53 Uhr

Kerry fährt nächsten Sieg ein

Howard Dean steht vor dem Aus

Bei den Vorwahlen der Demokraten im US-Staat Wisconsin hat sich der favorisierte Senator John Kerry nur knapp gegen seinen innerparteilichen Rivalen John Edwards durchsetzen können. Der frühere Gouverneur von Vermont, Howard Dean, lag abgeschlagen auf Platz drei und steht endgültig vor dem Aus.

HB MILWAUKEE. Damit ist der 60-Jährige Kerry aus 15 von bisher 17 Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur der oppositionellen Demokraten als Sieger hervorgegangen. Der Blick richtet sich nun auf den „Super Tuesday“ am 2. März, wo in zehn Bundesstaaten Vorentscheidungen fallen.

Nach Hochrechnungen der Fernsehanstalten auf der Basis von 95 % der ausgezählten Stimmen fiel der Vorsprung Kerrys gegenüber Edwards mit 40 zu 35 % unerwartet knapp aus. Das gute Abschneiden Edwards macht deshalb auch die nächsten Wochen spannend. Der demokratische Bewerber Dean steht nach seinen in Wisconsin erzielten 18 % nun vor der Entscheidung, ob er seine Bewerbung aufgibt.

Nachwahl-Umfragen zufolge konnte Edwards in Wisconsin nicht nur auf die Unterstützung von unabhängigen Wählern zählen, sondern auch auf jene, die normalerweise ihre Stimme den Republikanern geben. „Die Menschen in Wisconsin haben eine klare und deutliche Aussage getroffen“, sagte Edwards, der sich in seinen Wahlkampfauftritten als Kritiker des von Bush, aber auch von Kerry verteidigten nordamerikanischen Freihandelskonzepts profiliert hatte. Die Wähler, so Edwards, verlangten eine Diskussion über Inhalte, nicht nur über Personen.

Kerry und seine Berater zeigten sich bemüht, das starke Abschneiden des Konkurrenten aus Vermont herunterzuspielen. „Ein Sieg ist ein Sieg“, erklärte der von seinen bisherigen Vorwahlerfolgen verwöhnte Bewerber Kerry noch vor Abschluss der Auszählung in Wisconsin. Kerry hat sich in seinen bisherigen Wahlkampfauftritten darum bemüht, sich als „wählbare Alternative“ zum derzeitigen Präsidenten George W. Bush zu profilieren. Er sei der einzige Bewerber, der es in den vergangenen Wochen geschafft habe, sich landesweit als Kandidat zu empfehlen, fügte Kerry hinzu.

Dean gab sich vor Anhängern nach dem Wahltag in Wisconsin noch zuversichtlich, obwohl Beobachter davon ausgehen, dass für den Kritiker des Irak-Kriegs nach dem Misserfolg in Wisconsin das Rennen gelaufen ist. Ein Helfer Deans sagte am Mittwoch in Burlington (Virginia), Dean gebe die Bewerbung um die Nominierung zwar formell nicht auf, aber er stelle seinen Wahlkampf jetzt ein.

Edwards sagte, er verfüge über ausreichend Mittel, um seine Kampagne bis in den März fortzuführen. Er wolle sich jetzt auf die Bundesstaaten Ohio, Georgia und New York konzentrieren, wo es wie auch in Wisconsin vergleichsweise hohe Verluste an Arbeitsplätzen gegeben hat. Sein Konkurrent Kerry verfügt bereits über die Unterstützung von über einem Viertel der für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Konvent im Juli notwendigen 2162 Wahlmännerstimmen.

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