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15.02.2004

09:21 Uhr

International

Kerry gewinnt Washington und Nevada

Der demokratische Bewerber Kerry hat seinen Vorsprung im Rennen um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat weiter ausgebaut. Er siegte auch bei den Vorwahlen in der US-Hauptstadt und dem Bundesstaat Nevada.

HB BERLIN. Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber John Kerry hat auch bei den Vorwahlen in der US-Hauptstadt Washington und im Bundesstaat Nevada am Samstag gesiegt. Damit vergrößerte Kerry seinen Vorsprung gegenüber seinen parteiinternen Konkurrenten im Rennen um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Kerry hat bereits 14 von 16 Vorwahlen gewonnen. Nach seinen Erfolgen in Washington und Nevada will sich der 60-jährige Senator aus Massachusetts auf die nächsten Vorwahlen in Wisconsin konzentrieren, wo er ebenfalls als haushoher Favorit gilt. «Wisconsin kann der erste Schritt zum Anfang vom Ende der Bush-Präsidentschaft sein», erklärte er.

Bei der Vorwahl in Washington gewann Kerry 47 Prozent der Stimmen. Zweiter wurde der schwarze Bürgerrechtler Al Sharpton. Auf den dritten Platz kam mit 17 Prozent Howard Dean aus Vermont, der Anfang des Jahres noch als Favorit gegolten hatte. Im westlichen Bundesstaat Nevada stimmten fast 63 Prozent der Parteimitglieder für Kerry. Den zweiten Platz belegte Dean mit knapp 17 Prozent. Auf den dritten Rang kam der Südstaaten-Senator John Edwards mit 10 Prozent der Stimmen.

Der anfangs favorisierte Dean hat bisher nicht einen einzigen Bundesstaat für sich gewinnen können. Sollte er auch in Wisconsin unterliegen, wird er sich vermutlich aus dem Rennen zurückziehen. Um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten zu erringen, sind 2162 Delegiertenstimmen für den demokratischen Parteitag im Juli in Boston notwendig. Kerry hofft, diese nach dem «Super Tuesday» am 2. März zusammengetragen zu haben. An diesem Tag finden in zehn Bundesstaaten zugleich Vorwahlen statt.

Am Wochenende veröffentlichte die Republikanische Partei von Präsident George W. Bush ihren ersten Wahlkampfspot und griff Kerry darin hart an. Der Werbefilm kritisierte Kerry als «prinzipienlos» und von Lobbyisten beeinflusst. Kerry zeigte sich von Bushs «negativer Attacke» unbeeindruckt: «Wenn das die Art von Kampagne ist, die er betreiben will, sind wir bereit. Wir werden nicht weichen», erklärte er in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin.

Kerrys Wahlkampfleitung kündigte an, dagegen zu halten. Man wolle zeigen, «welche großen Zuwendungen Bush von großen Öl- und Gasunternehmen, Großbanken und Investmentfirmen und sogar von Enron angenommen hat und welche Gefallen er den Lobbyisten im Gegenzug erwiesen hat», sagte Kerrys Wahlkampfsprecherin Stephanie Cutter. Zuvor hatte sich die Auseinandersetzung zwischen Bush und Kerry vor allem auf Bushs Zeit beim Militär konzentriert. Nach Vorwürfen der Demokraten, Bush habe sich vor dem Vietnamkrieg gedrückt und sich in seiner Zeit als Nationalgardist unerlaubt vom Dienst entfernt, hatte Bush am Freitag seine Militärakten veröffentlichen lassen. Die Dokumente weisen ihn als fähigen Kampfpiloten aus, der allerdings nie einen Kampfeinsatz absolvierte. Zur Klärung seiner Fehlzeiten tragen sie aber wenig bei.

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