Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.09.2011

02:20 Uhr

Kettenreaktion

Portugal wappnet sich für griechische Pleite

Die Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission signalisiert Griechenland zwar ein mögliches Entgegenkommen. Doch der portugiesische Ministerpräsident Pedro Passos Coelho bereitet sich lieber auf eine Staatspleite vor.

Für das angeschlagene Portugal könnte ein Zahlungsausfall Griechenlands drastische Folgen haben. dpa

Für das angeschlagene Portugal könnte ein Zahlungsausfall Griechenlands drastische Folgen haben.

LissabonPortugals Ministerpräsident Pedro Passos Coelho befürchtet verheerende Folgen für sein Land im Falle einer Staatspleite Griechenlands. „Wir sind am Rande einer Situation großer Unsicherheit, um nicht zu sagen eines möglichen Zahlungsausfalls eines Staates“, sagte Passos Coelho am Dienstag dem Fernsehsender RTP mit Blick auf Griechenland.

„Das könnte desaströse Konsequenzen für Portugal haben, vor allem für die Finanzierung der Banken und die Wirtschaft“, ergänzte er. Es wäre unverantwortlich, würde sich die portugiesische Regierung nicht auf den Fall einer Pleite Griechenlands vorbereiten, betonte der Ministerpräsident.

Portugal war nach Griechenland und Irland das dritte Euro-Land, das Hilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen musste. Das Rettungspaket hat einen Umfang von 78 Milliarden Euro.

Im Gegenzug muss die Regierung mit einem Sparprogramm das Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 5,9 Prozent der Wirtschaftsleistung drücken von 9,1 Prozent 2010. „Es ist wichtig, dass das Land begreift, in welcher Notlage wir uns befinden“, sagte Passos Coelho.

Von

rtr

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Euyonimus

21.09.2011, 04:44 Uhr

Da hat man eben Portugal und Irland Fortschritte in die richtige Richtung bescheinigt, zieht Portugal doch aufmerksam seine Konsequenzen aus der aktuellen Lage, viel mehr, als andere Länder und bereitet sich vor, wie auch immer ...

In das Land hat man auch über großzügige Kreditvergabe mächtig Aufträge reingeholt, Verbesserung der Infrastruktur, wie bei vielen der jetzt obsoleten Staaten, die an ihrer ausufernden, aufgedrängten Kreditaufnahme kranken, genauso, wie man in USA zuvor jedweden zum Eigenheim verführt hat in der letzten Finanzkrise und das ist auch noch nicht ausgestanden.

Die Ratingagentur Fitch ist überzeugt, daß Griechenland pleite geht.

Wir ahnen das oder wissen das zwar alle, aber der EURO wird abdröseln. JP Morgan sieht den EURO am Jahresende bei 1.30/US$, wenn das mal reicht.

Auch Goldman Sachs wettet gegen den EURO und gleichzeitig,daß ein Staat "failed". Empfehlung: CDS auf einen pleite gehenden Staat. Der Finanzmarkt bietet ja alles dies an.
Und DIE sitzen am Hebel und bestimmen den "Markt".Merken wir, daß wir u.a. fremdbestimmt sind?

Sowohl USA als auch Japan haben die gleichen Probleme, wenn nicht noch heftigere, aber alles konzentriert sich zZt. auf Europa, seltsam.

Alles läuft aus dem Ruder und es ist ein Beleg für die globale Vernetzung, daß, wenn die Kurse bei uns sich bewegen, die gleiche Richtung in ganz Europa bis hin zu Rußland stattfindet.


IWF: Weltwirtschaft in gefährlichem Fahrwasser.
................................................

Aktuell:Papandreu beruft Sondersitzung ein und will noch strengeren Sparkurs durchsetzen. Die Bevölkerung geht am Krückstock. Kann man so ein Land noch auf die richtige Fährte bringen? Das kann doch nur noch einknicken.

Wir vergessen bei alledem, wie schlimm es in USA aussieht,egal wie kreativ man dort auch sein wird. Die Schuldenproblematik hat uns alle im Griff.

Spartakus

21.09.2011, 06:50 Uhr

„Es ist wichtig, dass das Land begreift, in welcher Notlage wir uns befinden“ sagt Passos Coelho.
Es ist aber auch wichtig dass man begreift in Brüssel dass irgendwas am Eurokonstrukt falsch sein muss. Die kleinere schwächere Wirtschaften werden einfach durch die große und starke Wirtschaften an die Wand gedrückt. Es fehlt einfach die dazugehörige Fiskalunion.
Alles das wäre mit einer Fiskalunion nicht passiert, da alle Haushalte dann regelmäßig von dieser geprüft würden, wenn ich "alle" sage meine ich auch alle. Von Super-Deutschland bis Malta.
Eine Währungsunion ohne Fiskalunion ist nicht lebensfähig, vor allem dann nicht wenn der Nationalismus dazu kommt.
Ohne Fiskalunion hätte das Deutsche Reich nicht zusammengehalten, obwohl das Nationalismusproblem nicht gab.
Wir brauchen eine Fiskalunion. Alle Sparbemühung führen nur zu einer Art Neo-Kolonialismus und folglich Zusammenbruch der EU.

Italiano

21.09.2011, 06:59 Uhr

@ walli1955,

vielleicht meint das Handelsblatt wirklich "Griechische Pleite" das Blatt wäre nicht zum ersten Mal verleumderisch gegen ein Land aus Süd-Europa.
Verleumdung scheint so wie so ein National-Volkssport der Deutschen zu sein, habe ich das Gefühl seit ich das Handelsblatt über Internet lesen kann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×