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25.01.2017

03:42 Uhr

Keystone XL und Dakota Access

Trump will Bau von Ölpipelines vorantreiben

Donald Trump will den umstrittenen Bau von Ölpipelines im Mittleren Westen der USA anschieben. Es geht um die Projekte Keystone XL und Dakota Access. Trump hatte in eine der Betreiberfirmen investiert.

US-Präsident Donald Trump unterschreibt im Oval Office Ölpipeline-Projekte, die von Obama noch verhindert wurden. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

US-Präsident Donald Trump unterschreibt im Oval Office Ölpipeline-Projekte, die von Obama noch verhindert wurden.

WashingtonUS-Präsident Donald Trump will den Bau zweier umstrittener Ölpipelines im Mittleren Westen vorantreiben. Der Republikaner unterzeichnete am Dienstag im Weißen Haus entsprechende Erlasse. Konkret geht es um die Projekte Keystone XL und Dakota Access. Gegen beide Projekte hatte es monatelangen Widerstand auch von Umweltschützern gegeben. Trump sticht mit seiner Entscheidung in ein Wespennest.

„Projekte wie diese bringen Tausende Jobs zurück nach Amerika“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Tatsächlich werden für Pipelinebau mehrere Tausend Bauarbeiter gebraucht. Allerdings ist der anschließende Betrieb der Leitung mit wenigen Dutzend zusätzlichen Leuten zu gewährleisten.

Trump sagte, über beide Projekte werde noch verhandelt. So will er erreichen, dass für die Röhren Stahl aus US-Fabriken verwendet wird. Der Präsident unterzeichnete zudem einen Erlass, mit dem Umweltprüfungen und die Genehmigung wichtiger Infrastrukturprojekte beschleunigt werden soll. Er hat angekündigt, viele Flughäfen, Straßen und Brücken zu sanieren.

Trump hatte in Pipeline-Betreiberfirma investiert

Eine der beiden Pipelines ist in North Dakota und soll Öl soll ein wichtiges Fördergebiet in North Dakota mit Raffinerien in Illinois und an der Golfküste verbinden. Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma Energy Transfer Partners (ETP.N) und eine Holding (Phillips 66) investiert.

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Die geplante Route von Dakota Access führt an einem Indianerreservat entlang. Die Ureinwohner fürchten um die Wasserversorgung und wehrten sich monatelang gegen den Bau. Zuletzt lenkte die Obama-Regierung ein. Das Reservat Standing Rock erklärte nun, man werde gegen Trumps Entscheidung klagen. Die Betreiberfirma Energy Transfer Partners konnte dagegen von der Entscheidung profitieren: Der Aktienkurs stieg um 4,4 Prozent. Die Papiere des Keystone-XL-Betreibers Transcanada legten um 2,4 Prozent zu.

Mit Hilfe von Keystone XL ist geplant, Öl von Kanada in die USA zu pumpen. Das Projekt ist eine Erweiterung der 2010 in Betrieb genommenen Keystone Pipeline, die von Kanadas Öl-Hochburg Calgary in die USA führt. Derzeit erreicht die Pipeline den US-Staat Illinois. Die erweiterte Leitung soll dann gemeinsam mit anderen Transcanada-Verbindungen täglich bis zu 830.000 Barrel (je 159 Liter) aus Teersand gewonnenes Öl durch die USA bis zur Küste des Golfes von Mexiko in Texas pumpen. Ein Teil im Süden existiert bereits.

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Eine Umweltverträglichkeitsprüfung unter dem bisherigen US-Außenminister John Kerry war zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt nicht im US-Interesse ist. Das Öl aus kanadischen Sanden setzt um fast 20 Prozent mehr CO2 frei als anders gewonnenes Rohöl.

Hinzu kommt, dass die USA durch neue Fördertechnologien inzwischen selbst enorme Mengen an Öl und Gas erschließen können. Bereits zwischen 2020 und 2030 wird einer Studie der Internationalen Energieagentur zufolge die Menge der Ausfuhren die der Einfuhren decken. Das US-Energieministerium sieht diese Entwicklung ähnlich. Massenhafte Importe aus Nachbarländern wie Kanada oder Mexiko sind schlecht für die Außenhandelsbilanz der USA, deren Ungleichgewicht auch Trump beklagt.

Noch in der laufenden Woche wurde ein Besuch von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Calgary erwartet, wie mehrere US-Medien berichteten. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, der Umweltschutz bleibe eine vordringliche Aufgabe.

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