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20.01.2009

18:11 Uhr

Kidnapping

Jemen: Entführer lassen deutsche Geisel frei

Die Entführer des im Jemen gekidnappten Deutschen sollen den Ingenieur und zwei jemenitische Kollegen am Abend freigelassen haben. Die drei Ingenieure werden noch in der Nacht in der Hauptstadt Sanaa erwartet. Die drei Männer waren am Sonntagnachmittag verschleppt worden.

Der entführte Ingenieur arbeitete am Bau einer Gaspipeline. Foto: dpa dpa

Der entführte Ingenieur arbeitete am Bau einer Gaspipeline. Foto: dpa

HB SANAA. Die Freilassung sei das Ergebnis von Verhandlungen, die Montagnacht begonnen hätten, sagte ein Regierungsbeamter unter Berufung auf Vermittler. Seinen Angaben zufolge hatte General Ali Mohsen al-Ahmar, ein Halbbruder von Präsident Ali Abdullah Salih, zuvor versprochen, dass die Behörden die Forderung der Entführer wohlwollend prüfen werden. Al-Ahmar habe einen Gesandten in das von den Sicherheitskräften umstellte Dorf der Entführer geschickt. Diesem sollte die deutsche Geisel übergeben werden, hieß es.

Bewaffnete Angehörige des Lakmusch-Stammes hatten den deutschen Ingenieur und zwei seiner jemenitischen Kollegen am vergangenen Sonntag in der Provinz Schabwa, rund 570 Kilometer südöstlich von Sanaa, verschleppt und in ein Versteck in den Bergen gebracht. Sie forderten die Freilassung eines nahen Verwandten, der wegen eines 1989 begangenen Mordes an einem Angehörigen des gleichen Stammes im Polizeigefängnis sitzt. Dieser war nach dem Mord nach Saudi-Arabien geflohen und erst vor einem Monat illegal in den Jemen zurückgekehrt, wo er prompt verhaftet wurde.

Der Ingenieur, der nach Informationen der „Bild“-Zeitung 56 Jahre alt ist und aus Niedersachsen stammt, arbeitet im Jemen für das Unternehmen Amec Spie Hawk am Bau einer 320 Kilometer langen Gas- Pipeline. Der Gouverneur von Schabwa sagte nach Angaben des Verteidigungsministeriums: „Den drei Ingenieuren ist kein Leid zugefügt worden.“

Im vergangenen Dezember hatten bewaffnete Stammesangehörige im Jemen drei Deutsche aus Kiel entführt, die nach fünf Tagen freikamen. Auch damals hatten die Entführer versucht, Angehörige ihres Clans freizupressen. Diese sitzen allerdings nach Angaben von Beobachtern in Sanaa immer noch im Gefängnis. Offiziell nicht bestätigt wurde damals, dass die Entführer vor der Freilassung der deutschen Architektin und ihrer Eltern 100000 US-Dollar als „Kompensation“ für ein Immobiliengeschäft erhalten haben sollen, bei dem sie sich übervorteilt gefühlt hatten.

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