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23.05.2014

15:12 Uhr

Kiel

Liberias Staatspräsidentin erhält Weltwirtschaftspreis

Die Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf erhält in diesem Jahr den Kieler Weltwirtschaftspreis. Liberias Staatspräsidentin wurde vom Institut für Weltwirtschaft als „Visionärin“ geehrt.

Ellen Johnson Sirleaf wurde als erste Frau in Afrika durch eine demokratische Wahl Staatsoberhaupt. ap

Ellen Johnson Sirleaf wurde als erste Frau in Afrika durch eine demokratische Wahl Staatsoberhaupt.

KielDie liberianische Staatspräsidentin Ellen Johnson Sirleaf erhält in diesem Jahr den Kieler Weltwirtschaftlichen Preis. Die Friedensnobelpreisträgerin nimmt die Auszeichnung während der Kieler Woche entgegen. Weitere Preisträger sind die indische Biotechnologie-Unternehmerin Kiran Mazumdar-Shaw und der Ökonom Richard Thaler von der Universität Chicago. Das teilten das Institut für Weltwirtschaft, die Landeshauptstadt sowie die Industrie- und Handelskammer am Freitag mit. Die Festrede zur Preisverleihung am 22. Juni hält Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower bezeichnete alle drei Ausgezeichneten als Visionäre. „Sie helfen uns zu verstehen, wie man aus der Globalisierung etwas Nachhaltiges schaffen kann.“

Ellen Johnson Sirleaf wurde als erste Frau in Afrika durch eine demokratische Wahl Staatsoberhaupt. Seit 2006 ist sie im Amt. Zuvor war das Land im Chaos versunken, mit extrem hoher Arbeitslosigkeit und ohne funktionierende Verwaltung. Kiran Mazumdar-Shaw startete 1978 mit 250 Dollar Kapital. Heute ist ihr Biotechnologie-Unternehmen Biocon Ltd. eines der größten der Branche weltweit. Der Ökonom Thaler wurde ausgewählt, weil er als „Vater der Verhaltensökonomie“ ein Visionär sei, wie Snower sagte.

Die EU und Afrika

Bildung, Gesundheit und Zivilgesellschaft

Die EU fördert afrikanische Staaten bei der Ausbildung. Mehr als zwölf Millionen Menschen hat sie nach eigenen Angaben zwischen 2007 und 2013 bei ihrer Schul- oder Berufsausbildung unterstützt. Tausende Studenten erhielten Stipendien oder nahmen am Erasmus-Austauschprogramm teil. 178 Millionen Euro flossen in den vergangenen sieben Jahren in mehr als 600 afrikanische Forschungsprojekte zu Ernährungssicherheit, Klimawandel, Gesundheit und Energie. Auch zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten und für den Kampf gegen den Klimawandel stellt die EU Geld bereit.

Wachstum und Handel

Europa ist der wichtigste Partner Afrikas in der Entwicklungshilfe. Zwischen 2007 und 2013 unterstützten die EU und ihre Staaten Afrikas Entwicklung mit rund 141 Milliarden Euro. Der Handel zwischen Europa und Afrika wächst seit Jahren – in beide Richtungen. 2013 exportierten die EU-Staaten Waren im Wert von 153 Milliarden Euro auf den afrikanischen Kontinent. Das war ein Rekord, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat meldete. Frankreich, Deutschland und Italien waren die größten Exporteure. Deutschlands Ausfuhren nach Afrika summierten sich 2013 auf 22 Milliarden Euro. Umgekehrt ist die EU für Afrika der größte Handelspartner, dorthin gehen 40 Prozent aller afrikanischen Ausfuhren. Die afrikanischen Staaten verkauften im vergangenen Jahr Waren für 168 Milliarden Euro nach Europa.

Friedenssicherung

Im vergangenen Jahrzehnt hat die EU 16 EU-Missionen nach Afrika geschickt, um Krisen zu bewältigen und den Frieden zu sichern. Darunter waren nach Angaben des EU-Rates sieben Militäroperationen etwa im Kongo, Somalia und Mali sowie 9 zivile Missionen wie in Kinshasa oder im Sudan/Darfur. Derzeit sind mehr als 2300 Männer und Frauen unter der EU-Flagge bei EU-Friedensmissionen in Afrika im Einsatz. Seit 2004 hat die EU 1,2 Milliarden Euro zur Unterstützung afrikanischer Operationen zur Friedenssicherung bereitgestellt.

Die Auszeichnung wird jährlich an einen Politiker, Ökonomen und Unternehmer vergeben, die sich als Vordenker einer weltoffenen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Altkanzler Helmut Schmidt sowie die früheren Präsidenten von EU-Kommission und Europäischer Zentralbank, Jacques Delors und Jean-Claude Trichet.

Von

dpa

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