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14.07.2014

21:40 Uhr

Kiew deutet auf Russland

Separatisten nehmen fünf Armeeflugzeug-Insassen fest

Im Osten der Ukraine wird erbittert um die Rebellenhochburgen Lugansk und Donezk gekämpft. An der Grenze wird ein Militärflugzeug abgeschossen. Die Regierung deutet an, dass Russland dafür verantwortlich sein könnte.

Spuren der Kämpfe in Lugansk. AFP

Spuren der Kämpfe in Lugansk.

KiewNach dem Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeugs in der östlichen Region Lugansk haben die prorussischen Separatisten nach eigenen Angaben fünf Besatzungsmitglieder in ihre Gewalt gebracht. Dies sagte ein Sprecher der von den Aufständischen ausgerufenen Volksrepublik Lugansk am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Ein Sprecher des ukrainischen Militärs gab an, zwei von acht Besatzungsmitgliedern seien gefangengenommen worden. Wie viele Besatzungsmitglieder überlebten, wurde nicht mitgeteilt.

Die ukrainische Regierung wirft Russland massive militärische Unterstützung der ins Hintertreffen geratenen Separatisten im Osten des Landes vor. Ein am Montag an der Grenze abgeschossenes Transportflugzeug des Militärs mit bis zu 20 Personen an Bord sei möglicherweise von russischem Staatsgebiet aus getroffen worden, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej. Präsident Petro Poroschenko beklagte die Lieferung russischer Raketenwerfer über die Grenze.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Minister Geletej zufolge flog die Antonow-26 der ukrainischen Streitkräfte in einer Höhe von 6500 Metern und damit viel zu hoch für die Waffen der Separatisten, die im Osten der Ukraine gegen die Zentralregierung kämpfen. Diese bekannten sich allerdings zu dem Angriff.

Auch am Boden seien Soldaten mit Waffen aus Russland angegriffen worden, sagte Poroschenko am Montag bei einem Treffen mit seinem Sicherheitsstab. „In den vergangenen drei Tagen wurden die Streitkräfte der Ukraine mit russischen Raketenwerfern angegriffen.“ Es gebe auch Hinweise, dass russische Heeresoffiziere in die Kampfhandlungen verwickelt seien.

Kommentare (4)

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Herr walter danielis

14.07.2014, 16:37 Uhr

Putin wird zur gegebenen Zeit das Richtige tun um diesen von der Nato und der EU gesteuerten Bürgerkrieg zu beenden.

Frau Margrit Steer

14.07.2014, 18:02 Uhr

Dem schliesse ich mich an

Frau Margrit Steer

14.07.2014, 18:04 Uhr

Jam Obama braucht dringend einen neue Krieg, nachdem Afghanistan zu Ende geht
Leider können wir solche Sachen in der deutschen Presse nicht lesen

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