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30.11.2013

15:40 Uhr

Kiew

Polizei löst Pro-EU-Demonstration gewaltsam auf

Konflikt in Kiew: Die Polizei hat eine Demonstration gegen Staatschef Janukowitsch gewaltsam aufgelöst, Dutzende Aktivisten wurden verletzt. Die Oppositionellen wollen erneut auf die Straße – und fordern Neuwahlen.

Ukrainische Polizei löst pro-europäische Demonstration auf

Video: Ukrainische Polizei löst pro-europäische Demonstration auf

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KiewIn der Ukraine ist der Streit um eine Annäherung an die Europäische Union weiter eskaliert. Die Polizei ging am frühen Samstagmorgen gewaltsam gegen pro-europäische Demonstranten in Kiew vor, die wegen des Scheiterns eines lange geplanten Assoziierungsabkommens mit der EU den Rücktritt von Staatschef Viktor Janukowitsch forderten. Aktivisten zufolge wurden Dutzende Protestteilnehmer verletzt, die Polizei meldete 31 Festnahmen wegen Rowdytums und Widerstands gegen die Ordnungskräfte.

Etwa tausend Demonstranten waren über Nacht auf dem Unabhängigkeitsplatz geblieben, den hunderte Polizisten umstellten. Gegen 04.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MEZ) begann die Polizei dann nach Angaben einer Augenzeugin, mit Knüppeln auf die Demonstranten einzuschlagen und sie von dem Platz zu drängen, der bereits zentraler Schauplatz der Orangenen Revolution im Jahr 2004 war.

Die 17-jährige Studentin Maria Tschalich sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Demonstranten hätten sich friedlich verhalten und getanzt. Dennoch seien die Polizisten mit großer Härte gegen sie vorgegangen und hätten „unterschiedslos jeden“ geschlagen. „Sie schlugen alle - alte Menschen, Mädchen, sogar ein Kind. Sein ganzes Gesicht war blutüberströmt“, sagte Tschalich. Einige Menschen seien in Ohnmacht gefallen.

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Der oppositionelle Abgeordnete Andrej Schewtschenko schrieb auf Twitter, die Polizei sei „brutal“ gegen die Demonstranten vorgegangen und habe Dutzende Menschen verletzt sowie mehrere Dutzend weitere festgenommen. „Die Ukraine hat so etwas noch nicht erlebt“, kommentierte der Oppositionspolitiker den Polizeieinsatz. Laut einer Polizeisprecherin wurden die meisten der gut 30 Festgenommen später wieder freigelassen.

Das oppositionsnahe Nachrichtenportal „Ukrainskaja Prawda“ veröffentlichte Fotos von blutüberströmten Demonstranten. Die Organisatoren der Kundgebung richteten vor einer Kirche im Stadtzentrum eine Erste-Hilfe-Station ein.

Kommentare (12)

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Nata

30.11.2013, 10:50 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Hagbard_Celine

30.11.2013, 11:37 Uhr

Die Initiative Putins die Osterweiterung der EU zu bremsen ist fast so hirnverbrannt wie die Idee eines gegen Russland gerichtetes ABM System auf dem Boden der EU zu errichten.

Beides führt zu einer Polarisierung innerhalb Europas und letztlich somit einer Schädigung seines aussenpolitischen Potenzials. Abgesehen davon werden so kostbare Mittel für überflüssige Rüstungsgüter verschwendet.

Bedauerlich ist auch die Tatsache das sich russische Staatsmedien in letzter Zeit zunehmend von der Objektivität entfernen obwohl sie immer noch wesentlich neutraler sind als etliche US Medien wie z.B. CNN oder FOX.

Nüchtern betrachtet wäre es sinnvoll eine Regelung zu finden die die wirtschaftlichen Interessen von EU, Ukraine und Russland berücksichtigt und nebenbei auch das geplante ABM System in die Mülltonne zu befördern.

Aus guten Grund gab es früher einen ABM Vertrag der solche Systeme verbot, leider haben die USA diesen unter Bush einseitig aufgekündigt.

nasowas

30.11.2013, 11:55 Uhr

mich würde ja interessieren, ob es in der berliner charite schon pläne gibt, wie man Timoschenko freundlichst aufnimmt. Ich meine, man wird ja mindestens 3 oberärzte (3 x 8 std) nur für die dame abstellen müssen, dazu einen koch für leckereien zwischendurch, usw.. Nicht zu vergessen die leute für die planung!

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