Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.08.2016

08:52 Uhr

Kim Jong Un freut Raketentest

Nordkorea hat „volle Fähigkeit für einen Atomangriff“

Nordkoreas staatliche Medien feiern den jüngsten Raketentest des Landes: Staatschef Kim Jong Un habe „mit Stolz“ festgestellt, dass sein Land nun „in die erste Reihe der Militärmächte aufgerückt sei“.

Kim Jong Un stolz

Nordkorea ist nach eigenen Angaben bereit für atomare Angriffe

Kim Jong Un stolz: Nordkorea ist nach eigenen Angaben bereit für atomare Angriffe

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Nach dem jüngsten Raketentest sieht Nordkoreas Führung das militärische Angriffspotenzial der Landes deutlich gestärkt. Der Start der ballistischen Rakete von einem U-Boot aus sei unter Anleitung von Machthaber Kim Jong Un „erfolgreich und ohne negative Auswirkungen auf die Nachbarländer ausgeführt worden“, berichteten die Staatsmedien am Donnerstag.

Kim feierte den Test vom Vortag demnach als „größten Erfolg“. Nordkorea habe sich damit „in die erste Reihe der Militärmächte eingefügt, die die volle Fähigkeit für einen Atomangriff haben“, wurde Kim zitiert.

Wo der Kommunismus noch lebt

Kommunistische Regime der Gegenwart

Vor dem Fall der Sowjetunion gab es zahlreiche Länder mit kommunistischen Regierungen. 2016 verbleiben noch vier, oder - je nach Lesart des nordkoreanischen Regimes - fünf.

Quelle: dpa

China

Mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichstes Land der Welt. Es hat den Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt seiner Abkehr vom kommunistischen Wirtschaftsmodell zu verdanken. Seit den 1980er Jahren verfolgt China eine Politik der Reformen und der Öffnung. Die sozialistische Marktwirtschaft funktioniert nach kapitalistischen Methoden. Die kommunistische Ideologie wird gepflegt, dient aber nur dem Erhalt der Diktatur der Kommunistischen Partei.

Vietnam

Nachbarland Chinas, etwa so groß wie Deutschland ohne Hessen, mit mehr als 3000 Kilometern Küste am Südchinesischen Meer. Rund 94 Millionen Einwohner. Ho Chi Minh gründete die Kommunistische Partei in den 1930er Jahren im Kampf gegen die Kolonialmacht Frankreich. Nach der Niederlage Frankreichs besiegten die Kommunisten auch das US-gestützte Regime in Südvietnam. Seit 1975 regieren sie das vereinigte Land. Seit 1986 gibt es marktwirtschaftliche Reformen.

Kuba

Gut elf Millionen Einwohner, etwa so groß wie einst die DDR. Nach der Revolution von 1959 wandte es sich Anfang der 1960er Jahre zum Kommunismus und suchte bei der Sowjetunion Schutz vor dem kapitalistischen Nachbarn USA, der zuvor großen Einfluss auf der Insel hatte. Bis 2006 regierte Revolutionsführer Fidel Castro (89). Unter Fidels jüngerem Bruder Raúl (84) versucht Kuba seit einigen Jahren mit zaghaften markwirtschaftlichen Reformen, die marode Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Laos

Armes Nachbarland Vietnams ohne Küstenzugang, etwas kleiner als die Bundesrepublik ohne die neuen Bundesländer. Knapp sieben Millionen Einwohner. Laos war Teil des französischen Kolonialgebiets Indochina. Im Vietnamkrieg wurde es zum meist bombardierten Land der Welt. US-Bomber legten weite Teile in Schutt und Asche, weil vietnamesische Kommunisten sich im Grenzgebiet versteckten. Bis heute sind die Böden verseucht. Nach dem Ende des Vietnamkriegs marschierte Vietnam ein und installierte 1975 die kommunistische Regierung.

Nordkorea

Nachbarland Chinas, etwa ein Drittel so groß wie Deutschland, 24 Millionen Einwohner. Die UN werfen der Diktatur gröbste Menschenrechtsverletzungen vor. Nordkorea hat zwar 2009 alle Bezüge zum Kommunismus aus seiner Verfassung gestrichen. Aber die Arbeiterpartei wurde 1945 als Zweig der ehemaligen Kommunistischen Partei gegründet. An der Spitze von Staat, Partei und Armee steht der Machthaber Kim Jong Un; er „erbte“ die Machtposition von seinem Vater. Bereits sein Großvater Kim Il Sung war mit Hilfe Moskaus an die Spitze der Partei gelangt und wird als Staatsgründer verehrt.

Der Raketentest hatte insbesondere bei den Nachbarn Japan, China und Südkorea heftige Kritik ausgelöst. UN-Resolutionen verbieten dem kommunistischen Regime in Pjöngjang Tests ballistischer Flugkörper. In New York wollte sich der Uno-Sicherheitsrat mit dem Thema beschäftigen.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs war die Rakete nach ihrem Start vor der Ostküste Nordkoreas 500 Kilometer geflogen, so weit wie bisher keine nordkoreanische Rakete dieser Art. Sie sei dann in ein Seegebiet innerhalb der Luftraumüberwachungszone Japans gestürzt. Nordkorea habe offensichtlich technische Fortschritte erzielt, hieß es. Der Test erfolgte nur zwei Tage nach dem Beginn jährlicher Militärübungen der USA mit Südkorea.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×