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10.02.2016

10:58 Uhr

Kim Jong Un

Nordkorea provoziert, Südkorea schießt zurück

Pjöngjang hat vor wenigen Tagen eine Rakete ins All geschossen. Deswegen stoppt Südkorea nun die Produktion im gemeinsamen Industriepark Kaesong. Das könnte weitreichende Folgen für Nordkoreas Machthaber Kim haben.

Pjöngjang hat am Sonntag trotz heftiger internationaler Proteste eine Rakete ins All geschossen. dpa

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Pjöngjang hat am Sonntag trotz heftiger internationaler Proteste eine Rakete ins All geschossen.

SeoulSüdkorea zieht sich nach dem nordkoreanischen Raketenstart aus dem von beiden Staaten betriebenen Industriepark Kaesong zurück. Damit solle der Norden von einer wichtigen Geldquelle für seine Raketen- und Atomwaffenprogramme abgeschnitten werden, sagte der für die Wiedervereinigung zuständige Minister Hong Yong Pyo am Mittwoch. Die Regierung in Pjöngjang sei bereits über das Vorhaben informiert.

Der Industriepark liegt in Nordkorea an der Grenze zum Süden und ist eines der wenigen Projekte, in dem die beiden verfeindeten koreanischen Staaten zusammenarbeiten. 124 südkoreanische Firmen beschäftigen in dem Park fast 55.000 Nordkoreaner. Produziert werden unter anderem Textilien und Haushaltsgeräte.

Für das verarmte Nordkorea ist Kaesong eine wichtige Einnahmequelle, allein im vergangenen Jahr flossen nach Angaben des Ministers umgerechnet rund 100 Millionen Euro an Gehältern und Gebühren. Seit Betriebsaufnahme im Jahr 2003 sollen es insgesamt 458 Millionen Euro sein.

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Der Industriepark ist das letzte größere gemeinsame Projekt zwischen Südkorea und dem abgeschotteten, kommunistischen Nachbarland. Zwischen den beiden Koreas herrscht seit Ende des Koreakriegs 1953 ein Waffenstillstand, ein Friedensvertrag wurde nicht geschlossen.

Nordkorea hatte am Sonntagmorgen eigenen Angaben zufolge mit einer Langstreckenrakete einen Satelliten ins All gebracht. Dies sorgte international für große Empörung. Dem Land sind durch Uno-Resolutionen jegliche Nuklearversuche oder Tests mit ballistischen Flugkörpern verboten. Die USA und Südkorea betrachten derartigen Starts als den Test militärischer Langstreckenraketen, mit denen Nordkorea die USA erreichen könnte.

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