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30.03.2013

09:08 Uhr

Kim Jong Un

Nordkorea verkündet Kriegszustand mit Südkorea

Fast täglich steigert Pjöngjang seine Kriegsrhetorik. Seoul wiegelt ab: Drohungen seien nichts Neues. Führer Kim Jong Un tönt unterdessen, seine Truppen seien bereit, „Rechnungen mit den USA zu begleichen“.

Kim Jong Un berät sich mit seinen Generälen. dpa

Kim Jong Un berät sich mit seinen Generälen.

SeoulNordkorea heizt die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter an: Regierung, Kommunistische Partei und Organisationen erklärten am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung, ihr Land sei in den Kriegszustand mit Südkorea eingetreten. Alle Angelegenheiten zwischen beiden Seiten würden von nun nach dem Kriegsprotokoll behandelt. Auf jegliche Provokationen der USA und Südkorea werde ohne Vorwarnung reagiert. Der Koreakrieg wurde 1953 nur mit einem Waffenstillstand beendet, zu einem Friedensschluss kam es bis heute nicht.

Pjöngjang hat mit kriegerischer Rhetorik auf UN-Sanktionen reagiert, die nach seinem Atomwaffentest am 12. Februar verhängt worden waren. So wurde bereits der Waffenstillstand aufgekündigt und der nordkoreanische Führer Kim Jong Un versetzte in dieser Woche seine Truppen wegen gemeinsamer Manöver der USA und Südkoreas in höchste Alarmbereitschaft. Nach einem Übungsflug von atomwaffenfähigen B-2-Tarnkappenbombern nach Südkorea drohte er mit Raketenangriffen auf Seoul und Washington.

Seine Truppen seien bereit, „Rechnungen mit den USA zu begleichen“, erklärte Kim. Staatsmedien veröffentlichten später ein Foto von Kim und seinen Generalen, das sie beim Studieren einer Karte mit möglichen Zielen in den USA zeigten. Die Karte hatte den Titel „Angriffsplan für das US-Festland“.

Südkorea erklärte zu Pjöngjangs Bekräftigung des Kriegszustands, das sei nichts Neues. Es handele sich um eine Fortschreibung von Kims Reaktionen auf die amerikanisch-südkoreanischen Manöver, teilte das Wiedervereinigungsministerium in Seoul mit. Beobachter vermuten, Nordkorea wolle die USA mit seinen Kriegsdrohungen an den Verhandlungstisch zwingen, ein Krieg sei unwahrscheinlich und selbstmörderisch für Pjöngjang. Angesichts der aufgeheizten Atmosphäre könnte es aber durchaus dennoch zu einem begrenzten militärischen Zwischenfall kommen.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

30.03.2013, 11:28 Uhr

Das Ergbenis jahrelanger appeasement Politik ein nuklear bewaffnetes Rumpelstilzechen mit kleine Männerkomplex am Drücker. Würde mich nicht wundern wenn der andere kleine Mann in Persien im Angesicht der verbalen Drohungen der USA mal kurz bei seinem Atomkumpel in Nordkorea um die Eröffnung eines Nebenkriegsschauplatzes gebeten hat.
Aber eigentlich braucht sich von den beiden keiner Sorgen zu machen die USA haben nach dem sinnlosen Irakkrieg derzeit keinen Präsidenten der den Worten Taten folgen lassen würde.
Die USA verabschieden sich langsam aus der Führungsfunktion des Westens, diese war nicht immer gut , wer aber die Alternative des machtpolitischen Vakuums für bevorzugenswert hält lebt in einem Paralleluniversum und nicht in der Realität.
Die Ahmadinedschads und Kim Jong Uns dieser Welt sind Ergebnis einer lari fari Politik einer mit sich selbst beschäftigten lustlosen Großmacht.
Die Amerikaner haben das Erbe des nutzlosen Krieges gegen Saddam Hussein, die Europäer die Folgen des schwachsinnigen Euroexperimentes und keiner im Westen der die Lücke ausfüllt. Alle Gegner westlicher Politik dürften sich derzeit die Hände reiben.

Account gelöscht!

30.03.2013, 11:33 Uhr

Gute Bessserung!

Thomas-Melber-Stuttgart

30.03.2013, 11:36 Uhr

Nun ja, soweit ich weiß hat auch Deutschland keinen offiziellen Friedensvertrag, und bzgl. den VN gilt immer noch die Feindstaatenklausel.

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