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21.08.2015

18:54 Uhr

Kim Jong Un ruft „Quasi-Kriegszustand“ aus

Angst vor dem Krieg, den keiner will

VonMartin Kölling

Schusswechsel, Granatwürfe, psychologische Kriegsführung: Das Säbelrasseln zwischen Südkorea und dem verfeindeten Norden wird lauter. Noch rechnet kaum jemand mit einer Eskalation – mit einer Entspannung aber auch nicht.

Die Scharmützel an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea nehmen weiter zu. dpa

In Alarmbereitschaft

Die Scharmützel an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea nehmen weiter zu.

TokioDie brisante Lage auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich nach einem Feuergefecht am Donnerstag zu. Noch tauschen Nord- und Südkorea nach Kugeln und Granaten zwar nur Drohungen aus. Auch glauben Experten, dass keine Seite wirklich eine Auseinandersetzung will, sondern sich die Lage wie in den vielen vergangenen Scharmützeln bald wieder beruhigt. Aber das Risiko eines Kriegs aus Versehen ist zwischen den hochgerüsteten und -militarisierten koreanischen Brüderstaaten weiterhin vorhanden, warnen Experten.

Wie viel Sprengkraft der derzeit kalte Bruderkrieg immer noch birgt, macht die Sprache der Beteiligten deutlich. Nordkoreas Führer Kim Jong Un rief ab Freitag ab 17 Uhr Ortszeit einen „quasi-Kriegszustand“ aus und versetzte die Fronttruppen in Kampfbereitschaft, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Überdies stellte er sicher, dass sein Volk dies auch mitbekam. Lautsprecherwagen kreisten durch die Hauptstadt und trompeten die Botschaft unters Volk, twitterte Eric Talmadge, Bürochef der dortigen amerikanischen Nachrichtenagentur Associate Press. Und das südkoreanische Militär berichtete, dass er Norden den Abschuss von Kurz- und Mittelstreckenraketen vorbereite.

Südkoreas Präsidentin und Oberbefehlshaberin Park Geun-hye beantwortete Kims Drohgebärden ihrerseits mit der Aufforderung an ihre Generäle, durchgreifend und strikt zurückzuschlagen, wenn der Norden wieder angreife. „Wir werden niemals nordkoreanische Provokationen dulden, die die Sicherheit unserer Soldaten und Bevölkerung gefährden können“, sagte sie bei einem Besuch des Hauptquartiers der „dritten Armee“ in Yongin nahe Seoul. Dabei trug sie eine Tarnuniform. Es fehlte nur noch der Stahlhelm, um das Bild von der kampfbereiten Soldatin abzurunden.

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Das martialische Auftreten der beiden Landesführer erinnert die Welt an eine grausame Tatsache: Nur ein schon oft durchlöcherter Waffenstillstand trennt die beiden Staaten seit dem Ende des Korea-Kriegs im Jahr 1953 von einem Waffengang. Auch der Auslöser des jüngsten Konflikts war nicht außergewöhnlich, die Eskalation vorgezeichnet.

Am 4. August wurden mehrere südkoreanische Soldaten bei der Explosion einer Mine in der entmilitarisierten Zone verletzt. Nach einer Analyse des Sprengsatzes klagte Südkorea den Norden an, die Mine vorsätzlich auf den Weg gelegt zu haben, an dem Südkoreas Truppen patrouillieren. Der Norden lehnte wie bei anderen Zwischenfällen eine Verantwortung ab und erklärte, dass die Mine wohl durch Regenwasser bewegt worden sei. In dem teilweise verminten Sperrgürtel nördlich und südlich der Grenze ist dies wenigstens theoretisch nicht gänzlich auszuschließen, sagen Experten.

Kommentare (3)

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Herr Fritz Yoski

21.08.2015, 19:16 Uhr

Ich glaube der Dicke hat jegliche Bodenhaftung verloren. Das sieht man schon alleine an den internen Saueberungsaktionen. Frueher oder spaeter dreht der durch.

Herr Vitto Queri

21.08.2015, 19:31 Uhr

>> Angst vor dem Krieg, den keiner will >>

Ein Krieg würde auch dort eine Flüchtlingswelle auslösen.

Koreaner wären eine gute Beimischung bei uns zu den Afrikanern.

Herr Horst Kettler

21.08.2015, 19:36 Uhr

Herr Quieri,
empfinden Sie sich als eine gute Beimischung bei uns?

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