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06.05.2013

11:41 Uhr

„Klimakanzlerin” Merkel

Bis 2015 soll der Weltklimavertrag stehen

Trotz Energiewende: Sogar beim selbsternannten Klimaschutz-Vorreiter Deutschland steigen wieder die CO2-Emissionen. Bei einer internationalen Klima-Konferenz fordert Kanzlerin Merkel rasche Entscheidungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte 2007 den Eqi Gletscher bei Ilulissat in Grönland. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte 2007 den Eqi Gletscher bei Ilulissat in Grönland.

BerlinAngela Merkel hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, bis 2015 einen für alle Staaten verbindlichen Vertrag zur Treibhausgas-Minderung abzuschließen. „Warten ist keine Option“, sagte die Bundeskanzlerin am Montag beim Petersberger Klimadialog in Berlin, einer Konferenz mit rund 35 Staaten.

Selbst wenn alle Industrieländer ab morgen kein Kohlendioxid (CO2) mehr ausstoßen würden, sei eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad nicht mehr zu erreichen. Daher müsse bis 2015 ein Abkommen zustande kommen, das für über 190 Staaten ein verbindliches Minderungsziel festlegt. Geplant ist, dass ein solcher Klimavertrag bis 2020 in Kraft treten soll.

„Nichtstun bedeutet, dass es uns insgesamt viel, viel teurer kommt“, sagte Merkel, die vor der Finanz- und Eurokrise den Klimaschutz zu einer ihrer Hauptprioritäten erklärt hatte. Die Kanzlerin betonte, es gebe viele Einzelinitiativen, etwa die Einführung eines Handels mit Verschmutzungsrechten in Kalifornien oder eine Eindämmung der Abholzung in Brasilien. Notwendig sei, dass daraus ein starker Strom werde, der den Druck auf alle Staaten erhöhe, um bis 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris zum Abschluss zu kommen.

Aber selbst in Europa gab es zuletzt mehr Rückschläge statt Fortschritte. So führt der derzeitige Preisverfall im Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten dazu, dass Kohlestrom lukrativ bleibt - selbst in Deutschland stiegen 2012 trotz mehr Wind- und Solarstroms die CO2-Emissionen erstmals seit langem wieder um zwei Prozent. Unternehmen müssen dabei für jede Tonne CO2 Ausstoßrechte kaufen.

Das Europaparlament hatte jüngst eine Verknappung der Zertifikate abgelehnt, um den CO2-Ausstoß wieder zu verteuern. Merkel räumte ein, dass es schon in der Bundesregierung keine klare Haltung hierzu gebe. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist gegen einen Markteingriff, Umweltminister Peter Altmaier (CDU) dafür.

Kommentare (19)

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vandale

06.05.2013, 12:11 Uhr

Die Initiativen zum "Klimawandel" werden in erster Linie durch das Wetter ausgebremst. Entgegen den Prophezeihungen der "Klimaforscher" denen zufolge es keine kalten Winter mehr geben sollte, hat sich das Wetter leider* nicht erwärmt und der Nordhalbkugel gerade wieder einen kalten Winter beschert hat.
In Staaten wie Indien und China gibt es mittlerweile eine ernsthafte Wissenschaft die der dortigen Politik den "Klimawandel" kritisch erläutert hat.

Insgesamt haben sich fast alle Staaten ausserhalb Europas von der Oekosaga eines "Klimawandels" verabschiedet. Einige Staaten waren und sind ökoignorant wie Russland und Saudi Arabien, andere wie Kanada haben das Kyoto Abkommen offiziell gekündigt, oder nie unterzeichnet wie die USA. Viele Staaten wie China und Indien verhalten sich recht geschmeidig um die Europäer nicht zu verärgern. Mit der Wirtschaftskrise in Europa wird der "Klimawandel" auch zunehmend in Europa in Frage gestellt.

Der Klimafonds der mit den Einnahmen der CO2 Zertifikate gespeist werden (vom D Verbraucher!)sollte ist aufgrund der Wirtschaftskrise in Südeuropa und den gesunkenen Preisen für diese Zertifikate recht leer. Damit dürfte es Frau Merkel schwer fallen ärmere Länder für den "Klimawandel" zu begeistern.

Alles in Allem wird ein Klimaabkommen nur dann erfolgreich sein wenn die Initiatoren geschmeidige Formulierungen wählen die es auch den weniger gläubigen Regierungen erlaubt zuzustimmen. Andernfalls wird ein solches Abkommen wiederum im Eklat enden.

Vandale

*2°C mehr entspräche einem Wetter analog Norditaliens. Meines Erachtens für D keine schlechte Perspektive.

Rumpelstilzchen

06.05.2013, 12:19 Uhr

Der Menschheit fehlt es nicht an (wissenschaftlichen) Erkenntnissen, aber wir sind nicht in der Lage die Konsequenzen zu ziehen, weil Einzelne, Gruppen oder Völker rücksichtslos ihre eigenen Vorteile verfolgen. Genauso wie es weiter Kriege geben wird, Armut und Hunger, wird irgendjemand alle Brennstoffe durch den Schornstein jagen, derer man habhaft werden kann. Alle Klimaziele sind nur politische Augenwischerei für alle, die sich (berechtigte) Sorgen machen. Mit/an den Folgen werden unsere Kinder - bzw. wohl eher unsere Enkel - leben oder sterben müssen.

Rechner

06.05.2013, 13:05 Uhr

O-Ton Rössler
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Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist gegen einen Markteingriff, Umweltminister Peter Altmaier (CDU) dafür.
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Der CO2-Handel hat offensichtlich nicht den gewünschten Effekt.

Der Herr Rüsler sollte sich klar machen, daß der CO2-Handel SELBST ein Markteingriff ist - egal wie viele Verschmutzungsrechte der Staat austeilt.

Eine wirklich marktwirtschaftliche Lösung des Klimaproblems bestünde darin, daß der Staat damit aufhört die Klimaverschmutzer per "Umweltgesetzgebung" von der Folgen der Klimaverschmutzung freizustellen.

Jeder Betroffenen müßte die Möglichkeit haben Verursacher für Ersatz der Folgeschäden zu verklagen.

In dem Moment in dem die Bewohner der Südseeinseln von RWE und Vattenfall Schadenersatz für die Überflutung ihrer Inseln einklagen können wird der CO2-Spuk weltweit schnell aufhören.

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