Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.12.2011

16:05 Uhr

Klimakonferenz in Durban

Luftverschmutzer kommen aus dem Westen

VonAlexandra Endres
Quelle:Zeit Online

Den Großteil der Emissionen von Schwellenländern verursachen die reichen Staaten - und belasten damit die Umwelt in den Schwellenländern. Deshalb verlangen Forscher, den Kohlendioxid-Ausstoß anders zu messen.

Das RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath. dpa

Das RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath.

Hamburg/DurbanAuf den internationalen Klimakonferenzen sind die Rollen klar verteilt. Europa mit seinen ambitionierten Emissionszielen gehört zu den Guten; viele Entwicklungsländer gelten als schuldlos vom Klimawandel Getroffene. Auf der anderen Seite stehen Länder wie die USA oder China: Abhängig von fossilen Energieträgern und nicht willens, sich verbindlich zur Senkung ihrer Emissionen zu verpflichten. Auch in Durban ist das wieder so.

In Wahrheit aber sind die Dinge nicht ganz so klar. Schon länger zeigen internationale Statistiken: Europa konnte seine Kohlendioxid-Emissionen nur so stark senken – um mehr als ein Sechstel gegenüber 1990 –, weil seine Unternehmen einen Teil ihrer klimaschädlichen Produktion ins Ausland verlagert haben. Viele Fabriken sind in Länder abgewandert, die nicht dem Kyoto-Protokoll unterliegen und damit nicht verpflichtet sind, ihre Emissionen zu senken. Würde ihr Kohlendioxid-Ausstoß in die Berechnungen einbezogen, fiele die Klimabilanz Europas deutlich schlechter aus.

Das Kyoto-Protokoll begünstigt solche Verdrängungseffekte, auch Carbon Leakages genannt. Um die weltweiten Emissionen wirksam zu senken, müsse man deshalb andere Maßstäbe anlegen, argumentieren Wissenschaftler des ifo-Instituts in einer neuen Studie. Statt darauf zu schauen, wo das Kohlendioxid in die Luft geblasen werde, müsse man fragen, welche Emissionen durch die in einem Land verbrauchten Waren – Konsum- und Investitionsgüter – entstünden, schreiben Rahel Aichele und Gabriel Felbermayr. Diese Carbon Footprint genannte Größe sei eine bessere Grundlage für ein internationales Klimaabkommen.

Die Ökonomen haben den Carbon Footprint für 40 Länder berechnet und mit den heimischen Emissionen verglichen. Sie schauten, wie CO2-intensiv einzelne Branchen in unterschiedlichen Jahren in jedem Land produzierten. Dann prüften sie, welche Vorprodukte in den Gütern steckten, und bilanzierten die weltübergeifenden Handelsströme. Die nötigen Daten kamen von der Internationalen Energieagentur, der OECD und den Vereinten Nationen. Am Ende stand die CO2-Handelsbilanz jedes untersuchten Landes fest.

Für Deutschland zum Beispiel ergab sich: Einen Teil der Emissionen, der durch unseren Lebensstandard entsteht, haben wir ins Ausland verlagert. Wir importieren CO2 durch die hierzulande verbrauchten Güter, der deutsche Carbon Footprint ist höher als die heimischen Emissionen. Immerhin: Beide Werte sind heute niedriger als in den neunziger Jahren.

Durch den neuen Maßstab, den die Ökonomen ihren Berechnungen zugrunde legen, verschieben sich die Relationen der internationalen Klimapolitik deutlich. Betrachtet man wie bisher nur die CO2-Emission eines Landes, liegt China weltweit auf Rang eins; fast 21 Prozent des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes kommt aus chinesischen Fabriken und Fahrzeugen. Die USA folgt mit fast 20 Prozent knapp dahinter.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Horst_Trummler

03.12.2011, 16:57 Uhr

Deutschland war einst Energiezentrale Europas und 2. größter Energieverbraucher der Welt. Mit dem Bedetungsverlust der Ruhrkohle und dann ab Ende der 70er Jahre steigende Auflagen, BIMSCH in Folge der "Ökokatastrophe des Waldsterbens gem. der die Menschheit angeblich ersticken sollte", der ökoreligiösen Ablehnung der modernen umweltfreundlichen Kernenergie, hohen Energiesteuern und jetzt der Ökokatastrophe des "Klimawandels" wandert ein großer Teil der energieintensiven Industrien ab.

Der Wohlstand einer Industriegesellschaft ist ziemlich linear abhängig vom Energieverbrauch. Wenn man den Verbrauch fossiler Energie drastisch senken möchte, die moderne Kernenergie ablehnt, so wird man kaum daran vorbeikommen die Energie in Form von energieintensiven Produkten zu importieren.

Vandale

Account gelöscht!

03.12.2011, 17:01 Uhr

Und der Westen reagiert mit Stellenabbau und Verlagerung !

RWE plant massiven Stellenabbau
Rund 8000 Arbeitsplätze sind laut Medienberichten in Gefahr.
Wo nichts gearbeitet wird , gibt es auch keine Schadstoffe, die Arbeitslosen sind egal , Hauptsache wir schützen die Umwelt .

Horst_Trummler

03.12.2011, 17:19 Uhr

Die ziemlich abwegige Theorie des menschengemachten Klimawandels wird seit etwa 10 Jahren mit der Hilfe von Pseudowissenschaftlern mit schönen Titeln propagiert. Das dahinterstehende Geschäftsmodell, der CDM Handel (weltweit handelbare CO2 Verschmutzerzertifikate, wurde mit dem Kyoto Protokoll beschlossen)hat Hauptakteure wie Al Gore fast zu Milliardären gemacht. Die Europäischen Politiker, die lieber fiktive Probleme lösen als die Defizite der Staatshaushalte zu bereinigen, begeistern sich für den menschengemachten Klimawandel.

Weltweit gesehen ist der Klimawandel nicht sehr erfolgreich. Zahlreiche Staaten der Erde, Russland, Saudi Arabien... sind gänzlich ökoignorant. In den USA glaubt die Mehrheit der Parlamentarier nicht mehr an den Klimawandel. Man hat die Beiträge an das IPCC gestoppt. Kanada hat aufgrund der ziemlich abwegigen Theorie das Kyoto Protokoll gekündigt. China hatte bereits in Kopenhagen höflich zu verstehen gegeben das man den Klimawandel gerne mit unverbindlichen Gesten unterstützt, sich allerdings nicht an dieser destruktiven Religion zu beteiligen gedenkt. Der indische Umweltminister hatte andere Entwicklungsländer mehrfach vor dem IPCC gewarnt.

Insgesamt beschränkt sich der Klimawandel weitgehend auf Europa. Wenn die Kosten für CO2 Zertifikate steigen, dann vermute ich, werden sich auch die EU Länder Osteuropas kritisch gegenüber dem Klimawandel positionieren.

Vandale

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×