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14.12.2014

19:46 Uhr

Klimakonferenz in Lima

UN-Klimagipfel einigt sich auf Minimalkonsens

Der Klimagipfel von Lima hat gerade noch die Kurve gekriegt. Das Ergebnis ist eher lau und wenig ehrgeizig. Aber: Der erste Schritt ist getan auf dem steinigen Weg zu dem 2015 geplanten Weltklimaabkommen.

Umweltverbände unzufrieden

Klimakonferenz: WWF kritisiert schwache Ergebnisse

Umweltverbände unzufrieden: Klimakonferenz: WWF kritisiert schwache Ergebnisse

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LimaNach zähem Ringen hat sich die UN-Klimakonferenz in Lima auf Eckpunkte für einen Weltklimavertrag geeinigt. Vertreter von 195 Staaten verständigten sich am Sonntag zum Abschluss der zweiwöchigen Verhandlungen auf einen Rahmenentwurf für ein Abkommen, das Ende 2015 in Paris vereinbart werden soll. Aber die meisten Fragen sind noch offen. Nur das Ziel ist klar: Die Erderwärmung soll auf höchstens zwei Grad begrenzt werden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich zufrieden mit dem Ergebnis gezeigt. „Der Generalsekretär begrüßt das Ergebnis des UN-Klimagipfels“, hieß es in einer am Sonntag in New York veröffentlichten Erklärung der UNO. Das Abkommen ebne den Weg „für die Verabschiedung eines universellen und bedeutenden Abkommens im Jahr 2015“.

Ban rief alle Verhandlungsteilnehmer auf, nun in „substanzielle Verhandlungen“ über einen Entwurf für das endgültige Abkommen einzutreten, das im Dezember 2015 in Paris geschlossen werden soll. Er drängte vor allem die großen Industriestaaten dazu, „ihre nationalen Verpflichtungen weit vor Paris“ vorzulegen.

Der Rohentwurf für das Abkommen umfasst 37 Seiten und ist dem Lima-Beschluss als Anhang beigefügt. Der Entwurf ist eine Liste von Wünschen, die unverbindlich sind und noch zahlreiche Optionen enthalten. Verhandelt und entschieden wird erst in einem Jahr in Paris. Eher schwach fielen die Vorgaben für die nationalen CO2-Minderungsziele aus. Angestrebt waren vergleichbare Kriterien. Das ist weitgehend misslungen, denn die Angaben sind de facto freiwillig. Bis März müssen die meisten nationalen Minderungszusagen gemacht werden.

Kritik von Experten

„Zwar bringt uns das Ergebnis gerade so auf den Weg von Lima nach Paris. In der Substanz aber sind die gefassten Beschlüsse beunruhigend schwach“, sagte Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig. Als „Minimalkonsens, der den dringenden Erfordernissen angesichts des voranschreitenden Klimawandels nicht entspricht“ bezeichnete Sabine Minninger von Brot für die Welt das Ergebnis. Der WWF kritisierte, die Regierungen seien dabei gescheitert, klare Pläne für Emissionsreduzierungen vor 2020 zu vereinbaren. Der Vertrag soll erst dann gelten - daher sind zusätzliche Anstrengungen bis 2020 nötig, denn seit Jahren gibt es neue Emissionsrekorde.

Der deutsche Verhandlungsführer, Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth, zeigte sich vor allem erleichtert. „Ich bin nicht enttäuscht. Ich bin erschöpft“, sagte er. „Wir haben nun ein Ergebnis, das alle Möglichkeiten eröffnet, zu einem ambitionierten Klimavertrag zu kommen.“ Die Aufweichungen seien nicht im Interesse der EU.

Kommentare (1)

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Herr Jens Muche

15.12.2014, 11:44 Uhr

„Nur das Ziel ist klar: Die Erderwärmung soll auf höchstens zwei Grad begrenzt werden.“

Aha, und wie wollen die schlauen Politiker dieses „Ziel“ erreichen? Findet demnächst eine Konferenz mit der Sonne statt, in der diese dazu bewegt werden soll sich beim Wandel des Erdklimas zurückzuhalten? Ich hoffe sehr, daß dieser Klimaschwindel bald zu Ende ist und sich diese Versammlungen politischer Heuchler (Al Gore) und anderer Wichtigtuer in Nichts auflöst, denn die „Ergebnisse“ dieser Versammlung sind den getriebenen Aufwand nicht wert und schaden der Umwelt mehr als sie nützt. Außer Spesen nichts gewesen oder; der Kongreß tanzt, denn man „verhandelt“ über Gegebenheiten, die von der wichtigtuerischen Politik nicht zu beeinflussen sind und ignorieren dabei, daß Warmzeiten der Erdbevölkerung immer dienlicher waren, als Kaltzeiten.

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