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04.11.2016

17:00 Uhr

Klimaschutz

Nur eine Milliarde? Das reicht nicht!

VonKerstin Leitel

Zehn internationale Öl- und Gaskonzerne sind stolz, denn sie wollen eine Milliarde Dollar in den Klimaschutz investieren. Doch Kritikern geht das nicht weit genug. Und ganz uneigennützig ist die Initiative auch nicht.

Zehn internationale Öl- und Gaskonzerne haben zusammengelegt: Eine Milliarde Dollar soll in den Klimaschutz investiert werden. dpa

Rettet die Welt!

Zehn internationale Öl- und Gaskonzerne haben zusammengelegt: Eine Milliarde Dollar soll in den Klimaschutz investiert werden.

Zehn internationale Öl- und Gaskonzerne haben zusammengelegt: Eine Milliarde Dollar soll in den Klimaschutz investiert werden, hat sich das Who is Who der Branche vorgenommen. Stolz präsentierten die Chefs von BP und BG aus Großbritannien, der italienischen Eni, Pemex aus Mexiko, Repsol aus Spanien, Saudi Aramco, Reliance Industries aus Indien, Royal Dutch Shell aus den Niederlanden, Statoil aus Norwegen und Total aus Frankreich am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz ihre Pläne. Zusammen stehen die Konzerne für fast ein Fünftel der weltweiten Erdöl- und Erdgasproduktion.

Der neue Fonds, in den das Geld in den kommenden zehn Jahren eingezahlt werden soll, werde zum einen die Entwicklung von Technologien finanzieren, mit denen Kohlendioxid gespeichert und weiter verwendet werden kann, zum anderen soll damit der Methan-Ausstoß der Branche gesenkt werden. „Wir sind Konkurrenten, daher geht es bei dem Projekt um mehr als nur eine Milliarde Dollar“, erklärte Amin Nasser, Chef von Saudi Aramco, des größten Erdölförderers der Welt. Es gehe auch darum, dass Wissenschaftler der zehn beteiligten Firmen zusammen forschen und arbeiten. „Es ist ein Anfang“.

Kritikern ist das aber nicht genug. Vor dem Gebäude der Pressekonferenz, dem Londoner Hochhaus „The Shard“, hatten sich Demonstranten versammelt. „Eine Milliarde? Das reicht nicht“, skandierten sie und hielten Protestschilder in die Höhe mit Sprüchen wie „Marketing allein zählt nicht zur Rettung des Klimas“.

Bei der Pressekonferenz, 21 Stockwerke darüber, war von den Rufen der Demonstranten nichts zu hören – aber auch hier wurde Kritik laut: Eine Milliarde von zehn so großen Unternehmen über zehn Jahre – das sei dann doch nicht so viel, rechnete eine Journalistin vor. „Sicher“, räumte daraufhin BP-Chef Bob Dudley ein, „wir könnten mehr tun, aber das machen wir auch.“ Die eine Milliarde werde schließlich zusätzlich zu den Klimaschutzprojekten in den jeweiligen Unternehmen ausgegeben.

Vor dem Gebäude der Pressekonferenz, dem Londoner Hochhaus „The Shard“, hatten sich Demonstranten versammelt. Kerstin Leitel

„Marketing allein zählt nicht zur Rettung des Klimas“

Vor dem Gebäude der Pressekonferenz, dem Londoner Hochhaus „The Shard“, hatten sich Demonstranten versammelt.

Ganz uneigennützig ist die Initiative auch nicht: Angesichts der begrenzten Öl- und Gasvorräte sind viele Energiekonzerne auf der Suche nach alternativen Energiequellen und –formen. „Wir können aber nicht über Nacht aufhören, Öl und Gas zu nutzen, das ist nicht realistisch“, sagte Claudio Descalzi, Chef des italienischen Energieriesen Eni. Es werde noch Jahrzehnte dauern, bis Öl keine Rolle mehr spiele, sagte Aramco-Chef Nasser.

Am Freitag trat zugleich das Pariser Klimaabkommen in Kraft. 195 Länder hatten vor gut einem Jahr in Paris, auf der UN-Klimaschutzkonferenz COP21, ein Abkommen zur Bekämpfung des globalen Klimawandels geschlossen. Demzufolge sollen auf nationaler Ebene Maßnahmen zur Minderung des CO2-Ausstoßes ergriffen werden. Den ärmsten Ländern wurden längere Fristen sowie Hilfen von fast 100 Milliarden Euro pro Jahr in Aussicht gestellt, damit sie ihre Wirtschaft modernisieren und sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten können.

Seit April hatten die Länder Zeit, die Vereinbarung zu unterzeichnen. 55 Länder, die für mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich sind, mussten das tun, damit das Übereinkommen gültig wird. Bislang haben 94 Staaten, auf die ein Anteil von 66 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen entfällt, das Abkommen ratifiziert, darunter auch die USA und China, die zu den größten CO2-Emittenten gehören, so dass das Übereinkommen am 4. November verbindlich wurde.

Kommentare (3)

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04.11.2016, 17:42 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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04.11.2016, 17:49 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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04.11.2016, 17:56 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

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