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04.10.2013

23:01 Uhr

Klimaschutz

Staaten beschließen Luftfahrtabkommen

Die EU setzt sich seit langem für ein Klimaabkommen in der Luftfahrt ein. Die USA, China und andere Staaten blockten. Nun gibt es einen Kompromiss. Wie der genau ausschaut, muss sich aber erst noch zeigen.

Ein Flugzeug über Frankfurt am Main (Hessen). dpa

Ein Flugzeug über Frankfurt am Main (Hessen).

Montreal/BrüsselDie Staatengemeinschaft hat einen ersten Schritt zur Begrenzung der Flugzeug-Abgase gemacht. Zum Abschluss einer Tagung der internationalen Luftverkehrsorganisation ICAO im kanadischen Montreal haben die Mitgliedsländer am Freitag beschlossen, bis zum Jahr 2016 ein internationales System zu Klimaabgaben im Luftverkehr auszuarbeiten. Dieses soll dann 2020 in Kraft treten. Es wäre das erste weltweite System seiner Art.

Fluggesellschaften müssen dann Lizenzen für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) vorweisen. Dies soll einen Anreiz zur Verringerung der schädlichen Gase bieten. Eine Möglichkeit dazu ist die Anschaffung moderner Flugzeuge mit einem geringeren Spritverbrauch. Bei den großen Herstellern Airbus und Boeing sind derartige Jets momentan besonders gefragt, allerdings wegen der hohen Spritpreise.

„Der Teufel mag immer noch im Detail stecken, aber zumindest heute hatte der Teufel mal Urlaub“, sagte ICAO-Generalsekretär Raymond Benjamin. Insgesamt hat die ICAO, die eine Unterorganisation der Vereinten Nationen ist, 191 Mitgliedsstaaten.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Das Drängen auf ein Klimaabkommen im Luftverkehr ging von der Europäischen Union aus, die sich jedoch nur in Teilen durchsetzen konnte. Derzeit verlangt die EU nur für innereuropäische Flüge CO2-Lizenzen von den Fluggesellschaften - geplant war nach einem früheren Kompromisspapier auch die Ausweitung auf den europäischen Teil zum Beispiel von Interkontinentalflügen. Gegenwind kam unter anderem von den USA, Indien, China und Russland. Dies hatte die Sorgen vor einem Handelskrieg geschürt.

„Wir hätten uns zwar gewünscht, dass mehr Staaten unser regionales System akzeptieren, doch es wurden insgesamt Fortschritte gemacht“, erklärte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Ohne das Drängen der EU hätte es gar keine Entscheidung gegeben. Das seien „sehr gute Nachrichten für den Planeten“, ergänzte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. „Wir haben außerdem einen schädlichen Konflikt unter Handelspartnern vermieden.“

Kritik kam von Umweltschützern und aus dem Europaparlament. Die getroffene Vereinbarung sei „wie ein Schweizer Käse - voller Löcher“, erklärte die Brüsseler Vereinigung Transport & Environment. „Leider haben wir keinerlei Garantie, dass das System wirklich 2020 eingeführt wird, und dass die Umwelt davon substanziell profitieren wird. Es gibt viel zu viele Wenns und Abers“, sagte der CDU-Abgeordnete Peter Liese.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Ausstoß an Treibhausgasen durch die Luftfahrt weiter zunimmt. Im Jahr 2020 werde er schätzungsweise 70 Prozent höher liegen als im Jahr 2005. Vor allem in Asien stiegen zuletzt die Passagierzahlen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

05.10.2013, 11:03 Uhr

Nachdem der letzte Bericht des Zentralorgans des Klimaschwindels ("Welt-Klimarat") zugeben mußte, daß der Schwindel aufgeflogen ist, kann man sich ja wohl auch die damit begründeten neuen Steuern "sparen" - nicht wahr, liebe Finanzpolitiker? Ich hoffe, diese Erkenntnis dringt recht schnell zu Euch durch, damit ihr ein neues Märchen aufziehen könnt.

PS: der Rohbericht (vorab veröffentlicht) zeigt, daß es keine Erwärmung gab - auch wenn das in der gesteuerten deutschen Presse jetzt GANZ anders dargestellt wird, und auch wenn die fehlende Erwärmung jetzt in Verzweiflung dem Pazifik zur Last gelegt wird, der hierzu an seinen nicht vorhandenen Haaren herbeigezogen wurde. Hauptsächlich wird der Klimaschwindel aber jetzt mittels REINER PROPAGANDA am LEBEN GEHALTEN.

Hier z.B. eine Gegendarstellung.

info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/ipcc-mafia-wenn-die-fakten-nicht-passen-einfach-ignorieren-.html

sowat

05.10.2013, 12:50 Uhr

jau hafnersp, machen wir also fröhlich weiter so...nächstes Jahr kommt dann der neue super SUV mit 850 PS auf den Markt, den wir ja alle so dringend brauchen. Und jedes Wochenende mal nen kleinen Billig(st)flugtripp um in London, Rom, Madrid oder sonstwo einen Kaffee bei Starbucks und einen Burger bei McDonalds zu vertilgen. Das fotografieren wir dann mit dem IPhone 6 und stellen die Bilder bei facebook ein um zu zeigen, was wir doch für tolle Hechte sind.

Account gelöscht!

05.10.2013, 18:37 Uhr

@soplatt

leider betrifft mich KEINES Ihrer Klischees. Wenn auch nicht aus "Klimaschutzgründen", so lebe ich doch (zufällig!!!) äußerst löblich im Sinne diese verdrehten CO2 Ideologie (mit Ausnahme des CO2-Ausstoßes im Atem).

Aber selbst wenn ich Ihren Klischees entsprechen würde - so geht offensichtlich damit die Welt nicht unter - jedenfalls nicht durch Klimaerwärmung. Vielleicht sollten sich die Panik-Macher mal wieder die Mühe machen und ein neues Endzeit-Thema entwickeln mit dem man wieder ordentlich Panik UND DAMIT GELD (Steuern) machen kann. Wie wäre es mit den "begrenzten Rohstoffe", wie damals vor 40 Jahren schon vom "club of rome" (einer Rockfellerveranstaltung) proklamiert. Das wäre doch wesentlich glaubhafter.

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