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14.04.2016

19:41 Uhr

Klimawandel-Stresstests

EU erwägt neue Vorschriften für Finanzkonzerne

Viele Staaten wehren sich gegen neue Vorschriften für ihre Banken und Versicherungen – doch die EU prüft neue Stresstests für Finanzkonzerne, um die Risiken des Klimawandels besser zu durchleuchten.

Wie teuer wird der Klimawandel? Und sind die Belastungen tragbar? Das will die EU mit einem neuen Stresstest für Finanzinstitute überprüfen. dpa

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Wie teuer wird der Klimawandel? Und sind die Belastungen tragbar? Das will die EU mit einem neuen Stresstest für Finanzinstitute überprüfen.

BrüsselFinanzkonzerne in der Europäischen Union (EU) müssen sich womöglich künftig auch Stresstests unterziehen, die ihre Risiken durch den Klimawandel durchleuchten. Die EU erwägt, die Beteiligungen und Investitionen von Banken im Energiesektor unter die Lupe zu nehmen, wie aus einem Dokument der niederländischen EU-Präsidentschaft hervorgeht, das Reuters einsehen konnte. Mit dem Vorschlag sollen langfristige systemische Risiken verringert werden, die in Verbindung mit extremen Wetterveränderungen und schwankungsanfälligen Energiepreisen stehen. Ins Visier dürften auch der Stahl-, der Transport- und der Immobiliensektor geraten.

EU-Finanzminister und Zentralbanker wollen über solche neuen Stresstests auf einem Treffen am 22. und 23. April in Amsterdam diskutieren. Entscheidungen werden nicht erwartet. Insidern zufolge ist der Vorstoß umstritten, da viele Staaten sich dagegen wehren, ihren Banken und Versicherern neue Vorschriften und Kapitalauflagen zu machen.

Auch der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, hat bereits vor den Folgen des Klimawandels für den Finanz- und Versicherungssektor gewarnt. Europas größter Versicherer Allianz hatte angekündigt, künftig nicht mehr in Kohle zu investieren. Der Konzern wird kein Geld mehr in Unternehmen stecken, wenn sie mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes oder ihrer Energieerzeugung aus Kohle erzielen.

Die Krisen der Europäischen Union

EU-kritische Parteien

Populistische Parteien, die sich teils offen gegen die EU oder den Euro stellen, haben in vielen Ländern starken Zulauf. Das gilt beispielsweise für die Front National in Frankreich.

Spaltung der EU

Immer häufiger können sich nicht alle 28 EU-Mitglieder auf eine gemeinsame Linie einigen. Hinzu kommen Spaltungstendenzen in einzelnen EU-Staaten. So könnte sich etwa Katalonien von Spanien lossagen oder Schottland von Großbritannien.

Brexit

Großbritannien will der EU Reformen nach eigenen Vorstellungen abringen. Andernfalls, droht Premierminister David Cameron, könnten seine Landsleute beim geplanten Referendum für einen EU-Austritt („Brexit“) stimmen. Die Verhandlungen sind schwierig, da viele andere EU-Staaten einen britischen Sonderweg ablehnen.

Eurokrise

In dramatischen Verhandlungen zur Rettung Griechenlands vor der Staatspleite wurde 2015 ein Auseinanderbrechen der Eurozone gerade noch verhindert. Das hoch verschuldete Krisenland ist aber immer noch nicht über den Berg. Sorgen macht Brüssel derzeit auch Portugal mit seiner neuen Links-Regierung, denn diese will sich vom Kurs der Budgetsanierung offensichtlich verabschieden. An den Finanzmärkten wird dies sehr kritisch beobachtet.

Flüchtlingskrise

Der Zustrom von Hunderttausenden Flüchtlingen stellt den Zusammenhalt in der EU auf eine schwere Probe. Eine Einigung zur europaweiten Verteilung Asylsuchender ist nicht in Sicht. Beim Schutz der Außengrenzen hapert es. Es droht deshalb der Zerfall des eigentlich grenzkontrollfreien Schengenraums.

Von

rtr

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