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04.05.2011

17:29 Uhr

Kommandoaktion in Pakistan

CIA-Chef Panetta schildert Details des Bin-Laden-Coups

Als "nervenaufreibend" hat CIA-Chef Panetta die US-Kommandoaktion gegen den Al-Kaida-Chef bezeichnet. In einem Interview legt er erstmals Details der Todesumstände Osama bin Ladens offen.

CIA-Chef Leon Panetta. Quelle: Reuters

CIA-Chef Leon Panetta.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat demnach die Tötung von Osama bin Laden nicht mit angesehen. Dies versicherte CIA-Direktor Leon Panetta dem US-Fernsehsender PBS am Dienstagabend (Ortszeit). "Als die Teams in das Gebäude eingedrungen waren, gab es eine Zeitspanne von 20 bis 25 Minuten, in der wir nicht wussten, was dort passierte." Warum die Verbindung zwischen der Sondereinheit und dem Weißen Haus plötzlich abgebrochen war, sagte der Geheimdienstchef nicht.

"Das war eine wirklich nervenaufreibende Zeit, in der wir auf Nachrichten gewartet haben." Schließlich sei das Code-Wort "Geronimo" gefallen, das für den Tod des Al-Kaida-Chefs gestanden habe. Nach seinen Worten waren lediglich 25 Elitesoldaten an dem Einsatz beteiligt, die von zwei Hubschraubern auf dem Anwesen abgesetzt wurden. In Medienberichten hatte es immer wieder geheißen, dass 79 Mann an der Erstürmung beteiligt gewesen sein sollen.

Anschläge von Al-Kaida

US-Botschaften in Nairobi und Daressalam

7. August 1998: Bei fast zeitgleichen Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sterben 230 Menschen. Mehr als 5000 Menschen wurden verletzt. Als Drahtzieher gelten bin Laden und sein Netzwerk Al-Kaida. Besonders verheerend war der Anschlag in Nairobi, bei dem 219 Menschen ums Leben kamen. Unter den Toten waren zwölf Amerikaner und rund 100 kenianische Botschaftsmitarbeiter. In Daressalam, wo eine Bombe die Fassade der Botschaft wegriss, starben elf tansanische Angestellte. 75 Menschen wurden verletzt.

Die Angriff auf die USA

11. September 2001: Die Terror-Anschläge vom 11. September haben die Welt verändert. An diesem Tag greifen 19 islamistische Terroristen Symbole amerikanischer Macht an und töten rund 3000 Menschen. Die Bilder der einstürzenden Türme des World Trade Centers in New York gingen um die Welt und lösten Entsetzen aus.

Am Morgen kaperten die Terroristen vier zivile US-Boeings mit insgesamt 265 Menschen an Bord. Ein Flugzeug raste in den Nordturm des World Trade Centers und setzte ihn in Brand, kurze Zeit später krachte die zweite Maschine in den Südturm. Das dritte Flugzeug zerschellte 34 Minuten später im Westteil des Pentagon in Washington. Offenbar nach einem Kampf im Cockpit stürzte kurz darauf bei Pittsburgh (Pennsylvania) die vierte Maschine auf freiem Feld ab.

Unter dem eingestürzten World Trade Center wurden mehr als 2750 Opfer begraben. Auch die Entführer starben. In Washington gab es rund 190 Tote, darunter fünf Entführer. In Pennsylvania starben alle 44 Flugzeuginsassen, darunter die vier Entführer.

U-Bahn-Bombe in Moskau

31. August 2004: Eine mutmaßliche Tschetschenin sprengt sich in Moskau am Eingang der belebten U-Bahn-Station Rischskaja in die Luft. Elf Menschen sterben, darunter die Attentäterin und ihr Komplize, ein seit langem gesuchter Terrorist aus der nordkaukasischen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien. Rund 50 Menschen werden verletzt. Die Terrorgruppe Islambuli-Brigaden der Al-Kaida bekennt sich zu der Tat.

Selbstmordattentat in Scharm el Scheich

23. Juli 2005: Bei einer Serie von Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet. Ein Terrorist rast mit seinem Auto in die Eingangshalle des Ghazala Garden Hotels und sprengt sich dort in die Luft. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe „Heilige Krieger von Ägypten“.

Attacke auf jordanische Hotels

9. November 2005: Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die stärkste Explosion ereignet sich im Radisson SAS Hotel während einer Hochzeitsfeier, wo sich der Terrorist unter die Gäste mischte. Auch in den Fünf-Sterne-Hotels Grand Hyatt und Days Inn detonieren Bomben. Die bis dahin im Irak operierende Terrorgruppe Al-Kaida im Zweistromland um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat.

Ursprünglich sollten die Hubschrauber ein Team im Hof absetzen und ein zweites auf dem Dach des Gebäudes. "Allerdings hatte der zweite Hubschrauber Probleme, so dass beide landen mussten", erläuterte Panetta weiter. "Die Soldaten mussten dann drei, vier Mauern niederreißen. Dann sind sie zusammen in das Gebäude gestürmt."

"Es gab Schießereien, als sich die Soldaten ihren Weg in die oberen Stockwerke des Gebäudes gekämpft haben." Schließlich hätten die Soldaten Bin Laden im dritten Stock des stark gesicherten Gebäudes gefunden. Er sei nicht bewaffnet gewesen, sagte Panetta. "Allerdings hat es wohl bedrohliche Bewegungen gegeben, die unsere Jungs gefährdet haben. Darum haben sie geschossen." Die Soldaten der Navy Seals hätten dafür ausdrücklich die Befugnis gehabt.

"Hätte er (Bin Laden) die Hände hochgenommen und aufgegeben oder ein anderes Zeichen gemacht, dass er keine Gefahr darstellt, dann hätten ihn die Soldaten festgenommen." Nach aktuellem Stand soll der Staatsfeind Nummer eins der USA nichts mehr gesagt haben. "Ich glaube allerdings nicht, dass er viel Zeit hatte, etwas zu sagen."

Kommentare (18)

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Ralko

04.05.2011, 16:22 Uhr

Das abgedruckte Bild von CIA-Chef Panetta ist wunderbar.Wer wäre bereit von diesem Herrn einen Gebrauchtwagen zu kaufen ?
...warum erinnert mich das Gesicht nur so an Bernie Madoff?

MikeM

04.05.2011, 16:23 Uhr

So so, es war also nervenaufreibend, einen alten unbewaffneten Mann aus dem Schlaf zu reissen und ihm in den Kopf zu schiessen. Respekt, Supermacht USA!

Account gelöscht!

04.05.2011, 16:35 Uhr

Mein Mitleid mit diesem "alten unbewaffneten Mann", der sogar zugegeben hatte, für die Anschäge vom 11.9. verantwortlich zu sein, wo 1000e Menschen überhaupt keine Chance hatten, hält sich doch SEHR in Grenzen. Verwechseln Sie hier nicht Opfer und Täter?

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